Universal gezielt, aber kontrolliert auf Expansionskurs (Ausgabe 2008-21)

Der Mallorca-Spezialist will mit gediegenen 4-Sterne-Hotels wachsen, um ein neues Kundensegment zu erschliessen.

Letztes Jahr das Cabo Blanco, Anfang dieses Jahres das Don Leon –
innert kurzer Zeit hat die Universal Flugreisen AG zwei Hotels auf
Mallorca gekauft. Generaldirektor Philippe C. Erhart bestätigt, dass
Universal auf Mallorca weiterhin expandieren möchte. Aber nicht um
jeden Preis. «Wir bekommen sehr viele Hotels angeboten –
durchschnittlich sicher eines pro Monat –, aber meistens passt es
nicht. Wir wollen das Angebot erweitern, also nicht noch mehr
3-Sterne-Hotels. Ein neues Hotel muss bestimmte Kriterien erfüllen: Es
muss direkt am Meer liegen, es muss in unser Konzept passen, darf also
kein Riesenkasten sein, und es muss auf eine zu uns passende Klientel
zugeschnitten sein. Dabei darf es unsere Möglichkeiten nicht
übersteigen.» Unter Zeitdruck steht Erhart nicht: «Die bereits
getätigten Käufe müssen wir jetzt erst einmal  integrieren, darum
bezweifle ich, dass wir im Jahr 2008 noch mehr kaufen.»

Fincas führt Universal seit drei Jahren im Programm; fünf sind es im
aktuellen Katalog. Philippe C. Erhart, der die Landhäuser persönlich
aussucht, sieht die Fincas als interessantes Nebengeschäft, das
Universal eine neue und zahlungskräftige Kundschaft erschliesst. Ein
weiterer Ausbau des Programms ist jedoch nicht geplant: «Bei fünf oder
sechs wird es
bleiben. Es ist ja auch eine Frage des Platzes im Katalog. Ein solches
Produkt muss ansprechend präsentiert werden, und jetzt nehmen die
Fincas bereits vier Seiten ein, das ist verhältnismässig viel für ein
Nebengeschäft.»

Mit dem Buchungsstand für den Sommer ist man bei Universal äusserst
zufrieden: «Der Sommer läuft gut, sehr gut. Wir haben nur noch
vereinzelt Plätze frei.» Die laufende Vorsaison hingegen sei
«mittelprächtig». Philippe C. Erhart sieht den Grund in veränderten
Feriengewohnheiten: «Vor zehn Jahren und mehr lief die Vorsaison noch
deutlich besser. Die Leute, die auf Mallorca fliegen, um es einfach
schön zu haben, ohne unbedingt Badeferien verbringen zu wollen, bleiben
heute aus. Da geht man lieber nach Ägypten, wo die Temperaturen um
diese Jahreszeit höher sind.» Erhart gibt zu bedenken, dass die
Vorsaison nicht nur für Universal, sondern auch für andere
Touroperators eine Knacknuss darstellt. Doch ist er sich bewusst, dass
ein
guter Sommer eine magere Vorsaison nicht wettmacht.

Universals Vorteil ist der unmittelbare Zugang zu den Hotels. Da das
Unternehmen Besitzer der Anlagen ist, können Markt- und Kundenwünsche
direkt umgesetzt werden. So weiss Universal, mit welchen
Zusatzangeboten die Hotels in der Vorsaison zu füllen sind. Bei diesen
Special Interests gilt «Nicht loslassen!». Lohn für den Aufwand sind
die Repeaterquoten. Eine Musik-, Jass- und Wanderwoche mit Sepp Trütsch
ist zwar aufwendig in Organisation und Produktion, aber auch sehr
zugkräftig. Gleiches gilt für die Veloferien, die Universal in
Zusammenarbeit mit Bicycle Holidays Max Hürzeler anbietet: Die
Zuwachsraten sind beachtlich, weshalb Erhart das Angebot weiter
entwickeln will.

Sara Marty