VAE-Carrier wollen auch in Zukunft auf der Überholspur bleiben (Ausgabe 2012-21)

Emirates und Etihad rechnen auch in Zukunft mit Wachstum.

In den letzten fünf Jahren hat Emirates laut Sheikh Ahmed bin Saeed Al Maktoum (Chairman und Chief Executive Emirates Airline & Group) die Kapazität gemessen in verfügbaren Sitzkapazitäten um nahezu 100% gesteigert. Diese Tendenz zeigt sich auch im Geschäftsergebnis der Emirates Group, die im 2011/12 zum 24. Mal in Folge einen Gewinn erwirtschaftete.

Gemäss dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht hat die Emirates Group im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von umgerechnet USD 629 Mio. erwirtschaftet. Die Liquidität der Gruppe stieg um 9,5% auf starke USD 4,8 Mia. 

Der Umsatz der Emirates Airline erreichte mit USD 17 Mia. (+14,9% ggü. Vorjahr) ein neues Rekordhoch. Trotz des starken Umsatzwachstums haben die Kerosinpreise das Ergebnis von Emirates massgeblich beeinflusst, denn dieses lag mit USD 409 Mio. letztlich um 72,1% unter dem Vorjahresniveau. 

Mit einem Rekordwert von 34 Millionen beförderter Passagiere (+8%) verzeichnete Emirates eine Auslastung von 80%, was dem Vorjahreswert entspricht. Die Sitzkapazitäten (Available Seat Kilometres, ASKM) sind um 9,8% gestiegen. 

Neben den vier neuen Routen nach Ho Chi Minh City, Barcelona, Lissabon und Washington, die bis September 2012 eröffnet werden sollen, wird auch die Flotte von Emirates stetig erweitert. Die Airline geht davon aus, per Ende Mai 2012 über eine Flotte von 175 Maschinen zu verfügen.

Im Gegensatz zu Emirates hat die in Abu Dhabi beheimatete Etihad im 2011 mit einem Nettogewinn von USD 14 Mio. zum ersten Mal seit der Gründung vor acht Jahren ein positives Jahresergebnis erzielt. Damit erreichte Etihad das von ihr formulierte Ziel, im 2011 die Gewinnschwelle zu erreichen.

Auch im 2012 will die Airline auf Wachstumskurs bleiben und nach 8,3 Mio. Passagieren im 2011 (+17%) die Marke von 10 Mio. transportierten Fluggästen erreichen. Mit der Beteiligung an Air Berlin erwartet Etihad ausserdem einen Umsatzschub von bis zu USD 50 Mio.

Doch mit dem Einstieg bei Air Berlin, der ersten Kapitalbeteiligung an einer andern Airline, scheint sich der relativ junge Carrier nicht zu begnügen. Im Januar 2012 unterzeichneten Etihad und die Regierung der Seychellen ein Memorandum of Understanding, wonach sich die arabische Airline mit 40% an der Air Seychelles Ltd. beteiligen wird. Zudem hat die arabische Airline Anfang Mai die Beteiligung in Höhe von 2,987% an Aer Lingus bekannt gegeben. 

Welchen Druck die Golf-Carrier auf die hiesigen Airlines ausüben, zeigt sich auch anhand der Tatsache, dass Lufthansa-Chef Christoph Franz laut der «Financial Times Deutschland» eine Allianz mit einem Carrier aus dem Nahen Osten nicht kategorisch ausschliesst. Darüber, um welche Airline es sich bei einer möglichen Partnerschaft handeln könnte, kann jedoch höchstens spekuliert werden.

Simon Benz