Nicht ohne Stolz trat Willi Verhuven, Gründer/Inhaber von Alltours, im
Hauptsitz in Duisburg vor die Medien. Die Wirtschaftskrise hat offenbar
beim Pauschalreise-Anbieter nur kurz Auswir- kungen gehabt. «Wir haben
die Krise im Griff, nicht die Krise uns», ist er überzeugt. Den Winter
2008/09 konnte Alltours trotz krisenbedingter Einbrüche im Dezember und
Januar mit einem Umsatzplus von 1,5% abschliessen. Auch für den Sommer
sieht es gut aus. Verhuven: «Wir haben im Oktober einen guten
Buchungsstart für den Sommer gehabt. Zum Jahreswechsel brachen dann die
Buchungen wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise richtiggehend ein mit
Rückgängen von bis zu 30%. Seit Februar erholt sich das Geschäft. Die
Trendwende ist im März erfolgt. Seit Mai verzeichnen wir einen
sprunghaften Anstieg der Buchungen (Mai plus 19% gegenüber dem
Vorjahresmonat; Juni über 28% im Plus). Auch im Juli sind wir weiter
über Vorjahr. Alltours wächst schneller als der Wettbewerb.»
Besondere Freude hat Verhuven an den Quellmärkten Österreich,
Niederlande und Schweiz: «Sämtliche Ziele werden dort erreicht.
Entgegen dem Markttrend in diesen Ländern ist für Alltours keine Krise
feststellbar. In der Schweiz werden wir die angestrebten 20000
Passagiere übertreffen.» 2008 reisten 14000 Kunden mit Alltours, das
Fernziel bleibt 40000 Kunden.
Die Zielerreichung in der Schweiz ist nicht selbstverständlich, denn
eigentlich hätte Alltours die Marketingaktivitäten bei uns verstärken
wollen. Vertriebsleiter Detlef Schroer: «In den schwierigeren Monaten
haben wir das Marketing auf Deutschland fokussiert. Demnach konnten wir
in der Schweiz noch nicht so viel machen wie gewünscht.» Die Anzahl
Agenten sei trotzdem weiter angestiegen und im Moment bereits
dreistellig. Für Herbst fasst Alltours Workshops in der Schweiz ins
Auge. Ein eigenes Filialnetz ist in der Schweiz nach wie vor nicht
geplant.
Für das Gesamte Geschäftsjahr 2008/09 (Abschluss 31. 10.) rechnet
Verhuven mit einem Umsatzplus von 2%. Als Gründe gibt er die «marktnahe
Einkaufspolitik» und das gute Preis- Leistungs-Verhältnis an. Auch für
die Wintersaison 2009/10 wagt er eine Prognose: «Wir er- warten bei den
Passagieren einen Zuwachs von rund 3,5%, beim Umsatz nur ein Plus von
2,5%, weil die Preise sinken werden. Die jetzige wirtschaftliche
Situation ist die ideale Chance für eine weitere Alltours-Expansion.»
Auch der Gewinn dürfte erfreulich ausfallen. «Das Ergebnis wird sich in
diejenigen der Vorjahre einreihen. Für die ganze Gruppe erwarten wir
einen Gewinn von rund 20 Mio. Euro. Darauf sind wir sehr stolz, denn im
Januar sind wir noch davon ausgegangen, dass wir mit einem Verlust von
nur 10 Mio. Euro zufrieden sein müssen. Das Unternehmen ist sehr
stabil, und wir haben keine Veranlassung, gesund zu schrumpfen», so der
stolze Firmeninhaber.
Christ Probst, Duisburg



