Die 42. Internationale Tourismus-Börse (ITB) hat am letzten Sonntag
ihre Tore geschlossen. Fünf Tage lang war das Messegelände unter dem
Berliner Funkturm das Zentrum der weltweiten Tourismusindustrie. An den
Fachbesuchertagen (Mittwoch bis Freitag) zählte die ITB 110322
Fachbesucher, das sind 1,45% mehr als im letzten Jahr. Knapp 40% davon
reisten aus dem Ausland an. Am Wochenende informierten sich mehr als
67000 private Besucher über die neusten Reisetrends. In den 26 Hallen
mit ihren 160000 m2 Messefläche präsentierten sich 11147 Unternehmen
aus 186 Ländern, ebenfalls ein neuer Rekord (2006: 10923 Unternehmen
aus 184 Ländern). Und der ITB Berlin Kongress Market Trends &
Innovations verbuchte mit 11000 Teilnehmern ein Plus von 25%.
Die Stimmung unter den Ausstellern und Fachbesuchern war gut bis sehr
gut. Mit wenigen Ausnahmen berichten alle von einer anhaltend hohen
Nachfrage. Gewisse Zielgebiete wie Asien oder Nordamerika sprechen gar
von einem Boom. Das Interesse der Einkäufer war gross, die Kontakte an
den Ständen wurden genutzt, um Partnerschaften zu vertiefen, neue
Kontakte zu knüpfen, Verhandlungen zu führen und die neue Saison
aufzuschienen. Dank der aktuellen Wirtschaftslage hoffen alle auf einen
weitergehenden Tourismus-Höhenflug. Überschäumend oder gar euphorisch
war die Atmosphäre dennoch nicht. Eine gewisse Zurückhaltung war
spürbar. Etliche Exponenten sind besorgt, dass sich die weltweite
Finanzkrise bald auch auf die Tourismusindustrie auswirken könnte.
Das Rahmenprogramm war vielfältiger denn je: Kongresse, Präsentationen,
Produktelancierungen, Pressekonferenzen, Schulungen, Cocktails und
Partys ohne Ende. Die ITB als weltweit grösste Reisemesse hat ihrem Ruf
als einmalige Plattform für Gespräche, Begegnungen, Verhandlungen und
Kontaktpflege auch dieses Jahr wieder alle Ehre gemacht.
Das Interesse am Gastland Dominikanische Republik war gross. Die
karibische Ganzjahresdestination nutzte die Chance und präsentierte
sich mit einer Vielfalt von Aktivitäten im besten internationalen
Rampenlicht. Ganz anders die Gastgeberstadt Berlin und Deutschland.
Die Streiks im öffentlichen Nahverkehr und an einigen Flughäfen
bescherten den ITB-Teilnehmern eine teilweise mühsame Anreise, tägliche
Kämpfe um Taxis und verspätete Gepäckauslieferungen. Vorkommnisse, die
dem Tourismus sicher nicht förderlich sind.



