Viele Perlen für wenig Gäste (Ausgabe 2008-10)

Simon Benz über die Perlen-Party von Helvetic Tours

Man nehme ein Datum, wie es nur einmal alle vier Jahre vorkommt, einen
riesigen Hangar, Lounge-Mobiliar, Häppchen und Drinks vom Feinsten, ein
Moderatorenpaar und zwei heisse Show-Acts – und schon hat man alle
Zutaten für eine gelungene Relaunch-Party zusammen. Theoretisch
zumindest.

Helvetic Tours lud im Rahmen ihrer Neupositionierung zur Perlen-Party
in den Hangar 9 des Air Force Centers in Dübendorf ein. Das Ambiente
war cool und vorwiegend im Stil des neuen Helvetic-Tours-Logos. Es gab
kleine Design-Häppchen in ebenso kleinen Tellerchen, Minisüppchen und
Zürcher Geschnetzeltes à la miniature – alles kulinarische Highlights.
Dazu Drinks an der Bar, für alle und das reichlich.

Eigentlich hätte ja alles gestimmt. Das Moderatorenduo mit Sabrina
Knechtli (Vize Miss Schweiz 2007) und Sascha Ruefer (Moderator SF
Schweizer Fernsehen) gaben sich alle Mühe, die rund 400 anwesenden
Gäste zu mobilisieren. Doch es mochte vorerst keine richtige Stimmung
aufkommen und die Gäste im hinteren Teil der überdimensionalen
Party-Lounge wirkten teilweise fast etwas verloren.

Mit einem Mix aus Hip-Hop, Breakdance, Schuhplattler und
Comedy-Elementen heizte das Trio «Starbugs» den Gästen ein und brachte
so manchen dazu, der Anziehungskraft der weichen Sofakissen zu trotzen
und sich Richtung Bühne zu begeben. Nach dem Show-Act kam das Warten
auf den Haupt-Act des Abends – den Soulsänger Seven. Sollte jemand im
hinteren Teil des Hangars kurz eingenickt sein, erwachte er spätestens
bei dessen Auftritt wieder. Mit seiner Band hämmerte Seven
funkig-soulige Klänge von der Bühne und begeisterte die Gäste, die nun
tatsächlich in Partylaune kamen.

Der Grossanlass war, vom Design der Halle bis zum Shuttle-Bus zum
Bahnhof, ein perfekt organisierter und hochkarätiger Event. Allerdings
hätte es eine kleinere Räumlichkeit auch getan, ja, wäre für die
Stimmung vielleicht sogar besser gewesen. Der Abend hat gezeigt, dass
ein Patentrezept wie eingangs beschrieben, nicht a priori einen
erfolgreichen Event garantiert. Die Partygänger der Reisebranche für
einen solchen Event zu mobilisieren, ist scheinbar schwieriger als
angenommen. Für einen nächsten Event sollte man dies vielleicht
berücksichtigen. Denn letztlich ist es schade, wenn man sorgfältig
Perlen züchtet und nur wenige kommen, um danach zu tauchen.