Warten auf den Aufschwung (Ausgabe 2011-28)

Stefan Jäggi über die Buchungsstände der Generalisten

Viel besser ist es nicht geworden. Dies ist wohl die Kernaussage des Vergleichs zwischen den Buchungsständen der Generalisten im Mai 2011 und heute. Es läuft zwar nicht schlecht – die meisten bewegen sich leicht über oder leicht unter Vorjahresniveau. Richtig vorwärts geht es dennoch nicht, und der erhoffte Schub durch jene Kunden, die im Frühling mit der Buchung abgewartet haben, ist nicht eingetroffen. Der Buchungsbarometer von Reise-Treuhand Zürich etwa zeigt für den Juni ein Minus von 7,5% an. 

Die relativen Zahlen sind immer mit Vorsicht zu geniessen. Je nachdem, was in der Vorjahresperiode geschehen ist (Stichwort Aschewolke), ist es im kommenden Jahr einfacher oder schwieriger, die Vorjahreszahlen zu toppen. Zudem können der stetig sinkende Eurokurs und der damit verbundene Preiszerfall dazu führen, dass – wie beim Beispiel ITS Coop – der Umsatz hinter Vorjahr liegt, obwohl die Paxzahlen aus dem Vorjahr erreicht wurden.

Dennoch: Man hat das Gefühl, dass eigentlich mehr drin wäre. Die Buchungsstände für die Badedestinationen auf der Kurz- und Mittelstrecke zeigen im Vergleich zum Vorjahr weiterhin meist nach oben, wenn auch hier und dort nicht mehr so deutlich wie noch im Mai. Und mit der Langstrecke sind die Veranstalter – ebenfalls wie schon im Mai – durchaus zufrieden.

Leider sind auch die Faktoren, die bessere Resultate verhindern, noch dieselben wie im Mai. Der Aufschwung für die krisengeschüttelten Destinationen Ägypten und Tunesien zeigt sich erst sehr zaghaft. Die Ägypten-Spezialisten melden seit wenigen Wochen wieder eine leicht steigende Nachfrage, und aus Deutschland vernimmt man auch erste Anzeichen einer Erholung für den tunesischen Markt. Doch die beiden Destinationen, insbesondere Ägypten, bereiten den Generalisten weiterhin Sorgen. In jüngsten Medienberichten geben sowohl Hotelplan-Suisse-CEO Thomas Stirnimann als auch Kuoni-Chef Peter Rothwell zu Protokoll, dass ein positives Jahresresultat stark von den weiteren Entwicklungen in Nordafrika abhänge. 

So schauen viele Veranstalter mit einem mul-migen Gefühl dem September entgegen; dann sollen in Ägypten Wahlen stattfinden. Neuerliche Unruhen kurz vor dem enorm wichtigen Herbst- und Wintergeschäft könnten sich nicht nur auf die Ägypten-Zahlen, sondern auf die gesamten Buchungszahlen der Generalisten verheerend auswirken. Es wird ein spannender Herbst.