Herr Keller, wie oft kommt es zu Rückweisungen bei der Dokumentenkontrolle der Passagiere?
Wir kontrollieren in der Schweiz rund 28000 Flüge und ca. 3,4 Mio. Passagiere jährlich. Davon müssen wir 0,03% aller Passagiere die Reise verweigern. Also ein recht kleiner Anteil, was beweist, dass auf diesem Gebiet schon sehr viel erreicht wurde.
Wie sieht es bei den Gepäckkontrollen aus?
Die Gepäckkontrolle (z.B. in Zürich) erfolgt durch die Flughafenpolizei, welche dazu verständlicherweise keine genauen Zahlen veröffentlicht. Die Präventions- und Informationskampagnen der letzten Jahre haben jedoch zu einer deutlichen Verbesserung geführt, insbesondere was unabsichtliche Verstösse gegen die Regelungen betrifft.
Haben Sie den Eindruck, dass sich die Sicherheitsbestimmungen noch verschärfen werden, oder kommt es bald zu den ersten Lockerungen (z.B. den Liquids bis 10 cl)?
Das Bedürfnis nach noch mehr Sicherheit ist ungebrochen, und gute Kontrollen sind auch angezeigt. Im Bereich der Fracht sind aber noch grosse Anstrengungen nötig. An vielen Flughäfen werden seit geraumer Zeit verschiedenste Body-Scanner getestet, und man wird bald zu den ersten Schlussfolgerungen finden. Die totale 100%-Sicherheit wird jedoch nie ganz möglich sein, dies vor allem wegen den enormen Kosten und sehr unterschiedlichen infrastrukturellen sowie politischen Vo-raussetzungen. 2012 könnte es zu einer Entspannung der Getränke im Handgepäck kommen.
Sind Ihres Erachtens die Schweizer Flughäfen bezüglich Security auf einem hohen Stand?
Auf jeden Fall. Unsere Flughäfen gehören zu den besten. Es finden auch regelmässige Fachgespräche mit allen relevanten Gremien und internationalen Arbeitsgruppen statt, um sich über die neusten technologischen Entwicklungen und Möglichkeiten auszutauschen. Zudem werden die Schweizer Flughäfen regelmässig von Inspektoren des BAZL, zusammen mit Experten der EU und der USA, überprüft.



