Anfangs dieses Jahres gingen mit Spanair und Malev zwei grössere europäische Airlines bankrott, inzwischen noch weitere kleinere Airlines. Seither warten die Kunden bzw. die Reisebüros, welche bereits Geld an den BSP überwiesen hatten, auf Rückerstattungen. Der Airline-Dachverband IATA sei mit den Konkursverwaltern der beiden Airlines im Gespräch, um zu sehen, was sich aus der Konkursmasse lösen lässt und ob eine angemessene Entschädigungsprozedur auf die Beine gestellt werden kann. Eine Garantie, dass etwas kommt, gibt es nicht.
Darüber ärgert sich der europäische Reisebüroverband ECTAA und zwar nicht zum ersten Mal. Schon lange verlangen Flugticket-Vertriebsstellen nach einem besseren Schutz gegen Airline-Pleiten. Trotz diverser Vorstösse und Studien haben sich weder die IATA noch die europäischen Gesetzgeber dazu bringen lassen, eine Kundengeldabsicherung für Airlines ins Leben zu rufen. Dies, obwohl zum Beispiel Reiseveranstalter und Reisebüros über eine Kundengeldabsicherung verfügen müssen. Die ECTAA ist besorgt, dass es im aktuellen schwachen wirtschaftlichen Umfeld zu weiteren Pleiten kommen wird, was übrigens auch die IATA prognostiziert. Sollte also nicht bald eine Versicherungslösung kommen, werden Passagiere laut ECTAA weiterhin als «ungesicherte Kreditoren von bankrotten Airlines mit minimaler Chance auf Schadenersatz» missbraucht.
JCR



