White Airways: Wachstum in kleinen Schritten (Ausgabe 2009-16)

Die portugiesische Fluggesellschaft fokussiert künftig stärker auf europäische Märkte.

Die Fluggesellschaft White Airways ist im Februar 2000 aus Yes Airways,
einer Charter-orientierten Firma der TAP Air Portugal, entstanden. Im
Juni desselben Jahres nahm die Airline das operative Geschäft auf. Bis
September 2006 war White Airways im Besitz von TAP (75,5%) und Abreu,
einem portugiesischen Tour Operator (24,5%). Seit September 2006 gehört
die Fluggesellschaft zur OMNI Group Aviation Technology.

Die junge Fluggesellschaft siedelt sich in den Bereichen Wetlease, ACMI
und Ad-hoc- Fliegerei an. Zu ihren Kunden gehören entsprechend Tour
Operators und Fluggesellschaften, aber auch private Unternehmen. White
Airways fliegt so beispielsweise im Auftrag von nati-onalen und
internationa-len Tour Operators von Lissabon nach Cancun und Varadero
oder für TAP von Lissabon nach São Tomé. Und während der Euro08
transportierte die Airline portugiesische Fussball-Fans auf mehreren
Flügen von Lissabon nach Genf und Basel.

Die in Lissabon stationierte Flotte von White Airways umfasst drei
Mittel-/Langstreckenmaschinen des Typs Airbus A310. Die Aktivitäten in
Europa waren durch die Grösse der 237-plätzigen Maschinen
eingeschränkt. In Zukunft will sich White aber vermehrt auch nach
Europa ausrichten und erweitert deshalb die Flotte per 1. Juni 2009 um
eine Airbus A320. Für den Aufbau von White Airways in der Schweiz sind
Victor Rodrigues (Gene-
ral Manager Switzerland, fly.white@bluewin.ch) und Enrico «Tino» Bucher
(Commercial Assistant), zuständig. Beide waren langjähri-ge Mitarbeiter
von TAP. «Der Name ‹White – coloured by you› hat hohen Symbolcharakter:
Es ist der Kunde, der frei wählen kann, wie er das von uns zur
Verfügung gestellte Equipment einsetzen möchte», erklärt Rodrigues.

Der Schweizer Markt werde aber laut Rodrigues vorsichtig angegangen:
«Erstens werden die Entscheide – von den Endkunden und entsprechend
auch von den TOs – in der heutigen Zeit eher kurzfristig gefällt; und
zweitens ist die Konkurrenz sehr gross.» Dennoch erhalte man aus dem
Schweizer Markt wie auch aus Österreich und Luxemburg Sig-nale, dass
längerfristig Projekte realisiert werden könnten. Den Vorteil von White
Airways sieht der General Manager Schweiz neben dem guten und
konkurrenzfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem in der
Grösse des Unternehmens: «Wir können schnell reagieren und sind in der
Lage, auch einem National Carrier bei Bedarf innert wenigen Stunden mit
einer Maschine auszuhelfen.»

Zusätzlich Besitzt White Airwais noch zwei  am  Pariser
Flughafen Orly stationierte Executive Jets Airbus A319CJ. Die eine A319
verfügt über 29 First-Class-Plätze und wurde für Langstre-ckenflüge
umgerüstet und kann somit Strecken wie zum Beispiel London–Du-bai
zurücklegen. Die zwei-te, im Januar 2009 zur Flotte gestossene A319
verfügt über 48 Plätze in Business-Class-Konfiguration. «Durch diese
zweite Maschine und die zwei daraus entstandenen Klassen ist das
Angebot auch im hochstehenden Segment nun differenzierter», so
Rodrigues.

Simon Benz