Wie durch Butter (Ausgabe 2006-47)

Chris Probst zum geplanten Zusammenschluss der Verbände

Wer hätte das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten? Die regionalen Reisebürovereinigungen – wenigstens diejenigen Regionen, die sich seit der Generalversammlung (GV) des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV) in Versammlungen getroffen haben – sind Feuer und Flamme für eine Integration in den SRV. Mehr noch: Am liebsten möchten einige Mitglieder der Regionalverbände nicht wie geplant drei Jahre warten, bis die Strukturbereinigung abgeschlossen ist. An der GV der Vereinigung Zürcher Reisebüros (VZR) gab es zum Beispiel weder ein negatives Votum noch eine Gegenstimme oder eine Enthaltung bei der Konsultativabstimmung.

Woher kommt diese Einigkeit? Man scheint in der Reisebüro-Landschaft die Zeichen der Zeit in der Verbands- und Ausbildungsarbeit erkannt zu haben. Die heutigen Strukturen mit einem landesweit tätigen SRV und 13 Regionalverbänden, also 14 rechtlich voneinander unabhängigen Gebilden, ergeben wenig Sinn. So lassen sich die heutigen und künftigen Challenges nicht erfolgreich meistern. Die Ausbildung, wichtigste Aufgabe der regionalen Vereinigungen, wird in den nächsten Jahren weder kostengünstiger noch einfacher zu koordinieren. Im Gegenteil. Nur mit einer koordinierten und ausserhalb des «Kantönli-Geistes» liegenden Konzentration der Kräfte wird es gelingen, die Herausforderungen optimal meistern zu können. Ein weiteres Argument ist für die Mitglieder der Verbände nicht unwesentlich: Statt in zwei werden sie nachher nur noch in einem Verband Mitglied sein.

Die nächsten Schritte sind definiert. Wenn sich die Regionalverbände wie vorgesehen bis Ende Januar 2007 grundsätzlich zu einem Einheitsverband bekennen, gibt es bis Mitte Jahr bilaterale Gespräche zwischen der Arbeitsgruppe und den Regionalverbänden. Danach sollen die Regionalverbände dem SRV beitreten. Im September 2007 soll der genaue Fahrplan vorliegen.

Etwas Verwirrung herrscht noch in der Namensgebung. Während beispielsweise in Zürich immer noch von Sektionen gesprochen wird, heissen diese Gebilde in der Westschweiz oder in Bern/Solothurn derzeit Regionen, weil Sektion zu militärisch töne. Das muss in den nächsten Wochen geklärt werden.

Die ganz grosse Herausforderung im künftigen Prozess wird aber die Frage sein, was mit den Vermögen sowie den Anteilen am TTW der Regionen geschehen soll. Dieser Punkt wird wohl zu vielen Diskussionen Anlass geben. Die Arbeitsgruppe hat sich zu den Finanzen anscheinend noch keine Gedanken gemacht. Dazu bleibt aber noch genügend Zeit.