Dass es der italienischen Fluggesellschaft Alitalia nicht gut geht, ist mittlerweile bekannt. Zwar konnte die Airline in den vergangenen Jahren die Kosten verringern und die Flotte verjüngen, doch unter dem Strich fehlt es ihr noch immer an Geld.
Vor allem der Heimmarkt Italien macht Alitalia zu schaffen. Im ersten Halbjahr 2013 registrierten die italienischen Flughäfen 9% weniger Passagiere. Dies zeigte sich auch in den Umsatzzahlen der Airline. In den ersten sechs Monaten des Jahres waren die Umsätze im Domestic-Geschäft aufgrund der nationalen Rezession um 10,1% rückläufig. Im internationalen Segment hingegen stiegen die Umsätze um 3,7% und im Interkontinental-Segment sogar um 9,1%. Insgesamt lagen die Umsätze des Passagiergeschäfts um 0,2% höher als im Vorjahr. Unter dem Strich schreibt die Airline aber weiterhin rote Zahlen. Zusätzlich erschwerend ist der zunehmende Konkurrenzdruck durch die Low Cost Carrier sowie der Hochgeschwindigkeitszugverbindungen, die in Italien kontinuierlich ausgebaut werden.
Nun hat das Alitalia-Management im Oktober bzw. November 2013 einer Kapitalerhöhung von EUR 300 Mio. sowie einem Sanie-rungsplan zugestimmt. Gemäss einer Mitteilung von Alitalia von Ende November wurden mittlerweile durch die Aktionäre sowie die Banken Intesa Sanpaolo S.p.A. sowie die Unicredit S.p.A. EUR 173 Mio. in die Kassen gespült. Zudem solle die Nachfrage an den noch nicht gezeichneten Aktien das Angebot deutlich übersteigen. Eine Vollzugsmeldung über das Erreichen der EUR 300 Mio. vonseiten Alitalia steht jedoch noch aus.
Der Sanierungsplan sehe derweil eine Effizienzsteigerung in der Verwaltung des Vermögens sowie eine höhere Wettbewerbsfähigkeit durch eine massive Kostenreduktion vor, wie Alitalia in einer Mitteilung schreibt. Der Plan sieht auch eine Reduktion der Kurz- und Mittelstreckenflotte vor. Die Zahl der Flugstunden soll jedoch durch eine Flottenoptimierung und den Ausbau internationaler und interkontinentaler Flüge auf dem Niveau von 2013 gehalten werden können.
Air France-KLM, die eine 25%-Beteiligung an Alitalia hält, liess sich durch den erstellten Sanierungsplan dennoch nicht zur Teilnahme an der Kapitalerhöhung bewegen. Auch wenn der Plan in die richtige Richtung gehe, seien die Restrukturierungsmassnahmen für Air France-KLM noch nicht ausreichend, begründete das Unternehmen seine Haltung in einer Mitteilung. Dennoch wolle man die im Jahr 2009 für acht Jahre vereinbarte Partnerschaft aufrechterhalten.
Laut Medienberichten sei Alitalia nun mit Etihad hinsichtlich einer Beteiligung in Verhandlungen. Nach dem die Araber den Italienern dieses Jahr bereits einen Korb erteilt hatten, werde die Airline nun erneut einer Prüfung unterzogen. Bei einer positiven Beurteilung würde Etihad offenbar bis zu 49% der Alitalia übernehmen. Eine Entscheidung soll noch dieses Jahr fallen.



