Wie spannend wird die SRV-GV? (Ausgabe 2007-46)

Chris Probst über die Versammlungen von SRV und VZR

Diskutiert wurde schon lange über die neuen Verbandsstrukturen. Es ist unbestritten, dass die Ausbildung in Zukunft Sache des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV) und nicht mehr der regionalen Vereinigungen sein soll. Es ist auch klar, dass es dadurch eine neue Struktur mit SRV-Regionen statt eigenständigen Regionalverbänden braucht. Dass eine Auflösung einer regionalen Vereinigung einstimmig beschlossen wird, wie dies bei der Vereinigung Zürcher Reisebüros (VZR) der Fall war, ist trotzdem nicht selbstverständlich.

Erstaunlich ist die Tatsache, dass sich die VZR-Mitglieder sogar über die Verteilung des Vereinsvermögens einig waren. Der Vorschlag des Vorstands gab nur zu kurzen Diskussionen Anlass. Die VZR wird sich in einem Jahr mit einem rauschenden Fest auflösen und alle werden happy sein.

Die neuen Verbandsstrukturen dürften auch an der SRV-Generalversammlung Ende nächster Woche in Kairo problemlos angenommen werden. Erst recht nach diesem klaren Signal aus Zürich. Die VZR-GV war eine gelungene Hauptprobe für den SRV. Der Druck für Veränderungen kam von unten, von den Regionen. Es war nicht der SRV, der mit einem Diktat von oben versucht hat, die Regionen zu sich zu holen. Nur so ist es erklärbar, dass von keiner Region Widerstand zu spüren ist.

Es scheint der Branche klar zu sein, dass die heutigen Strukturen keinen Sinn mehr ergeben. Die Zeiten haben sich geändert. Um in der heutigen Zeit die anspruchsvolle Aufgabe der Ausbildung von Branchennachwuchs meistern zu können, braucht es die neuen, sinnvollen Strukturen.

Mehr zu diskutieren könnte an der SRV-GV die Neuauflage der Gemeinschaftswerbung geben. Das Image der Reisebüros mit koordinierter und gezielter Werbung zu verbessern, ist eine gute Sache und kaum umstritten. Doch es geht um Geld: Das Portemonnaie sitzt nicht bei jedem SRV-Mitglied so locker, dass es ohne mit der Wimper zu zucken 500 Franken dafür ausgibt. Auch die Sponsorengelder von einer halben Million Franken müssen zuerst wieder in harter Arbeit erkämpft werden. Zudem geht es um die Ausführung. Es ist zu hoffen, dass die Werbekampagne 2008 subtiler daherkommt als die ausgrenzenden Werbespots, die im Frühling 2007 am TV zu sehen waren. In Kairo werden die kreativen Vorschläge der Werbeagentur präsentiert.