«Zürich-Route wird profitabler» (Ausgabe 2010-06)

Der neue Schweiz-Chef von Singapore Airlines, Chow Hwee Chia, zum A380-Launch auf der Zürich-Route.

Herr Chia, was hat letztlich zum Entscheid geführt, Zürich mit dem A380 zu bedienen?
Wir fliegen mit London, Paris, Tokio, Hongkong, Melbourne und Sydney
bereits sechs Destinationen mit dem A380 an. Zürich folgt nun als
siebte insgesamt und als dritte in Europa. Zürich nimmt eine wichtige
Rolle innerhalb unseres Netzwerkes ein. Zürich ist ein Finanzzentrum
wie Singapur auch. Der Schweizer Markt hat das Volumen für den A380 und
auch die Kundenstruktur, die den Komfort und die Qualität des
A380-Produktes schätzt.

Was erwarten Sie von der Operation mit dem A380?
Der A380-Einsatz ein Mal pro Tag macht Sinn, anstelle der bisherigen
zwölf wöchentlichen – früher waren es sogar zwei pro Tag – Operationen
mit je einer B-777. Wir können überall sparen, beim Kerosin, den
Landegebühren, der Bodenabfertigung und bei der Crew. Wir können die
Zürich-Rotation dadurch profitabel konsolidieren und bieten
gleichzeitig unser bestes Produkt an.

Spüren Sie eine Nachfragesteigerung wegen des A380?
Das Gerücht, dass wir den A380 nach Zürich einsetzen, gab es schon
länger. Bestätigt haben wir es erst am 14. Januar. Eigentlich eine
kurze Zeit bis zum Erstflug am 28. März. Aber die Erfahrung von anderen
A380-Zielen zeigt, dass die Nachfrage sofort anzieht. Die
Sensibilisierung für diesen Riesen der Lüfte ist gross, jeder
potenzielle Kunde möchte mit dem A380 abheben. Das ist auch hier in der
Schweiz nicht anders. Nicht zuletzt auch, weil der A380 das derzeit
modernste und bequemste Produkt ist, das wir anbieten können. Der
Erstflug vom 28. März ist mit 96% Auslastung schon fast ausgebucht.

Wie sieht es mit den Kapazitäten aus?
Mit einem täglichen A380 anstelle von zwölf wöchentlichen Flügen mit
B-777 bieten wir insgesamt auf der Zürich-Route in etwa die gleichen
Sitzkapazitäten an. In der Business Class haben wir insgesamt pro Woche
etwas weniger Sitze zur Verfügung, in der Economy Class dafür etwas
mehr.


Mit einem Flug pro Tag gibt es weniger
Anschlussmöglichkeiten in Singapur. Wie stark wird die bisherige
Flexibilität eingeschränkt?

Das hält sich im Rahmen. Gerade mit der Ankunftszeit am frühen Morgen
können wir mit der ersten Welle ab Singapur viele Anschlussflüge
anbieten, speziell auch für Geschäftsleute an die wichtigen asiatischen
Metropolen. Jakarta fliegen wir beispielsweise acht Mal täglich an.
Gewisse Einschränkungen kann es aber geben, dazu gehört Bali, das bei
Schweizern sehr beliebt ist. Der morgendliche Anschlussflug ist immer
sehr schnell ausgebucht. Mit einem vierten täglichen Flug im Juli und
August, also in der Hochsaison, können wir diese Situation etwas
entspannen. Noch mehr Flüge hängen vor allem auch von den indonesischen
Behörden ab. Grundsätzlich dürften Leisure-Passagiere ab Zürich je nach
Zielort teilweise etwas längere Umsteigezeiten in Kauf nehmen müssen.

Wie werden Sie die A380-Rotation nach Zürich bewerben?
Rund um den Testflug der A380-Werksmaschine vom 20./21. Januar und
unsere Ankündigung profitierten wir von einem riesigen Medienecho. Das
alleine genügt aber  nicht. Wir werden am 28. März am Flughafen
einen speziellen Willkommens-Event mit Branchenvertretern, Medien,
Behörden usw. organisieren. Da sind wir noch voll in der Planung. Am
Flughafen im Check-in 2 ist zudem ein grosses A380-Modell ausgestellt.
Für die Konsumenten hatten wir an der Fespo einen grossen Auftritt mit
unserem Inflight-Produkt und werden innerhalb eines Medienplans Werbung
in diversen Medien und in der Öffentlichkeit machen.
Für die Touristikbranche und für Corporate-Kunden sind
Flugzeugbesichtigungen in den ersten sechs Wochen nach dem Zürcher
Erstflug geplant. Zudem haben wir spezielle Broschüren produziert. All
das soll uns helfen, das A380-Produkt nach Zürich auf sympathische Art
und Weise bekannt zu machen.

Werden Sie die Tarife auf den A380-Flügen erhöhen?
Das ist nicht geplant. Die Basisflugpreise und eventuelle Anpassungen
nach oben oder unten richten sich wie bei jedem anderen Maschinentyp
nach dem Markt, also nach der Nachfrage und der Auslastung. Einzig die
auf dem A380 verfügbaren Suiten sind im Vergleich zur First Class auf
der B-777 um etwa 15% teurer.

Urs Hirt

A380 der Singapore Airlines

Konfiguration  12 Singapore-Airlines-Suites, 60 Business-Class-Sitze, 399 Economy-Class-Sitze
Höhe   24,1 Meter
Länge   73 Meter
Rumpfdurchmesser   7,1 Meter
Kabinenlänge   49,9 Meter
Flügelfläche   845 Quadratmeter
Flügelspannweite   79,8 Meter

Flugplan Zürich ab 28. März 2010

SQ 345    Zürich–Singapur    12.00/06.05*
SQ 346    Singapur–Zürich    01.10/08.00
* nächster Tag

Verkaufslokal Schützengasse schliesst

Das Verkaufsbüro von Singapore Airlines an der Schützengasse 23
in Zürich wird anfangs März geschlossen, bestätigt Chow Hwee Chia. In
Zeiten von E-Ticket, Interne usw. habe man sich entschieden, das
Ticketoffice mit der Reservation gleich um die Ecke im dritten Stock
der Löwenstrasse 56 zusammenzulegen. Dort könne man weiterhin Kunden
empfangen. Die übrigen Abteilungen bleiben im ersten und zweiten Stock
der Schützengasse 23.   

UH