Achtung bei Ferien mit Elefanten und Co

Woran tierfreundliche Angebote zu erkennen sind.
©Unsplash/Hu Chen

Elefanten sind Wildtiere und nicht domestiziert. Damit sie im Tourismus funktionieren und den Kontakt zu Menschen zulassen, werden sie bereits als Jungtiere darauf trainiert.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten gibt Tipps, wie man tierfreundliche und problematische Angebote voneinander unterscheiden kann.

Wie Elefanten zahm werden

Während Elefanten in der Natur viele Jahre, teilweise sogar lebenslang, bei ihren Müttern bleiben, werden sie in der Tourismusindustrie bereits nach wenigen Jahren getrennt. Um die Tiere für den direkten Kontakt gefügig machen, kommen häufig brutale Methoden zum Einsatz, die auf Angst, Schmerz, Isolation und Dominanz beruhen. Ziel ist es, ihren natürlichen Widerstand zu brechen und sie kontrollierbar zu machen.

Diese Art von Training wird bei fast allen Angeboten mit direktem Kontakt mit Elefanten angewendet und steht im starken Gegensatz zu ihrem natürlichen Leben. In freier Wildbahn leben sie in stabilen Familiengruppen, bewegen sich über weite Distanzen und verbringen einen grossen Teil des Tages mit der Nahrungssuche. In vielen Tourismusanlagen ist das kaum möglich.

Problematische Angebote werden als tierfreundlich verkauft

Elefantenreiten steht in den letzten Jahren zunehmend in der Kritik. Die Tiere müssen oft stundenlang Menschen tragen – häufig bei grosser Hitze und auf ungeeigneten Untergründen – was ihre Gesundheit langfristig beeinträchtigen kann. Gerade weil Elefantenreiten heute stärker kritisiert wird, reagieren viele Anbieter und vermarkten ihre Angebote als ‘ethisch’ oder ‘tierfreundlich’.

Statt Reitattraktionen bieten sie beispielsweise Elefantenbaden, Waschen oder Füttern an und vermitteln so den Eindruck eines respektvollen Umgangs mit den Tieren. Doch auch diese Angebote sind problematisch, da die Elefanten den gleichen Trainingsprozess durchlaufen müssen, um den direkten Kontakt zuzulassen.

Tierfreundliche Alternativen

Es gibt allerdings durchaus authentische Erlebnisse, die gleichzeitig Tiere schützen.

Die tierfreundlichste Begegnung mit Elefanten ist die Beobachtung in ihrem natürlichen Lebensraum, etwa in Nationalparks während einer Safari. Gleichzeitig schaffen solche Angebote den Anreiz, Wildtiere in der freien Natur zu schützen und tragen somit auch zum Erhalt solcher Schutzgebiete bei.

Dabei ist es wichtig, einen Anbieter zu wählen, der sich an strikte Tierwohlrichtlinien hält. Die Tiere dürfen nicht bedrängt, verfolgt oder gefüttert werden und nach einiger Zeit sollten sie wieder in Ruhe gelassen werden.

Eine weitere Möglichkeit sind Besuche in seriösen Schutzzentren, in denen gerettete Elefanten ein möglichst artgemässes Leben führen dürfen. Ein seriöses Schutzzentrum bietet keinen direkten Kontakt zwischen Menschen und den Elefanten an, die Tiere müssen keine Shows oder Kunststücke aufführen, es wird nicht gezüchtet, die Tiere werden medizinisch versorgt und haben Rückzugsmöglichkeiten. Zudem wird ihnen sozialer Kontakt zu anderen Elefanten ermöglicht und ihr natürliches Verhalten wird gefördert. (TI)