
Air Baltic passt ihren Businessplan an, um die Wettbewerbsfähigkeit der Airline zu sichern. Die Flotte soll bis Ende 2026 von 54 auf 36 Flugzeuge reduziert werden.
Die lettische Airline will sich künftig stärker auf ihr Netzwerk rund um Riga fokussieren und operativ effizienter werden, mit stärkeren ganzjährigen ACMI-Partnerschaften (Leasingverträgen).
Eine neue Strategie
Der vorherige Geschäftsplan sah ein nachhaltiges Wachstum der Passagierzahlen und der Ticketumsätze in der Ostseeregion und den weiteren europäischen Märkten vor und unterstützte die Expansion hin zu einer Flotte von 100 Flugzeugen. Seitdem hat sich das Betriebsumfeld verändert. Nachfrage- und Umsatzwachstum haben sich gemässigt, geopolitische Entwicklungen in der Ukraine und im Nahen Osten haben die Unsicherheit und Betriebskosten erhöht, und wegen anhaltender Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Pratt & Whitney-Triebwerken konnte die Fluggesellschaft nicht ihre gesamte Flotte einsetzen. Der nun überarbeitete Geschäftsplan priorisiert Finanzstabilität.
Neu will sich die Airline stärker auf Riga, Lettland, als Hauptdrehkreuz der Fluggesellschaft konzentrieren. Anstatt eine breite Expansion zu verfolgen, will Air Baltic vor allem seine Präsenz in bestehenden Märkten vertiefen.
Statt Flugzeuge aufzustocken wird die Airline die Flotte reduzieren. Bis Ende 2026 sollen nur noch 36 Airbus A220-300-Flugzeuge im Einsatz sein (derzeit 54). Trotz der kleineren Flotte wird erwartet, dass die geplante Kapazität durch verbesserte Flugzeugnutzung weitgehend stabil bleibt.
Die verfügbaren Sitzkilometer (ASKs) für den planmässigen Dienst werden voraussichtlich von etwa 9,6 Milliarden im Jahr 2026 auf 8,7 Milliarden im Jahr 2027 zurückgehen.
Eine gestärkte kommerzielle Partnerschaft mit ACMI-Kunden soll Air Baltics Rückkehr zur Profitabilität unter dem neuen Modell unterstützen. Eine ausgewogenere Kapazitätsbereitstellung sowohl im Sommer als auch im Winter soll die Margen unterstützen.
Rekapitalisierung
Durch die kombinierten Flotten-, Netzwerk- und Betriebsinitiativen zielt Air Baltic etwa 45 Millionen Euro an wiederkehrenden jährlichen Vorteilen an, hauptsächlich durch Senkungen der Betriebskosten.
Um kurzfristige Liquiditätsanforderungen zu decken und die Umsetzung des überarbeiteten Betriebsplans zu unterstützen, beantragt Air Baltic eine Zwischenfinanzierung von 225 Millionen Euro. Die Zwischenfinanzierung soll das Unternehmen zu einer dauerhaften Finanzierungslösung überbrücken und bleibt an die erforderlichen Beschlüsse der Anleihegläubiger und andere Genehmigungen gebunden.
Bis 2031 soll die Flugzeugflotte schrittweise wieder auf rund 40 Flugzeuge anwachsen. Nach dem überarbeiteten Geschäftsplan erwartet Air Baltic einen Umsatz von etwa 0,8 Milliarden Euro im Jahr 2027.
Auswirkungen auf die geplanten Flüge
Air Baltic operiert weiterhin wie gewohnt, wie die Airline betont. Alle geplanten Flüge sollen planmässig verlaufen. Die Umsetzung des Geschäftsplans beeinflusst weder den täglichen Betrieb der Fluggesellschaft noch die Dienstleistungen für ihre Passagiere.
Währenddessen hat die Lufthansa Group, die an Air Baltic mit 10% beteiligt ist, angekündigt, den Bedarf an Wet-Lease-Flugzeugen zu reduzieren. So wird Brussels Airlines gar keine Flugzeuge von Air Baltic mehr einsetzen, was vier Flugzeuge betrifft. und
Swiss wird die Nachfrage von 27 auf rund 20 Flugzeuge im Wet-Lease reduzieren. Aktuell hat Swiss 11 Air Baltic-, 15 Helvetic und eine Edelweiss-Maschine im Wet-Lease-Einsatz. Inwiefern dieser Nachfragerückgang das Air Baltic-Kontingent betrifft, ist abzuwarten und wurde noch nicht kommuniziert.
Die Zusammenarbeit der Swiss mit Helvetic Airways solle sich allerdings nicht verändern. (TI)








