
Airbus kommt beim A330neo (New Engine Option) derzeit nur langsam voran. Seit Jahresbeginn hat der europäische Flugzeugbauer bis Ende Mai lediglich neun Exemplare des Langstreckenjets ausgeliefert. Im Juni und Juli ging kein einziger A330neo an einen Kunden.
Grund ist ein Qualitätsproblem bei der Produktion. Betroffen ist das Höhenleitwerk. Wie Bloomberg berichtet, musste Airbus die Flugzeuge während der Fertigung zusätzlichen Kontrollen unterziehen. Das verlangsamte die Auslieferungen deutlich.
Auslieferungen wieder angelaufen
Inzwischen ist die Ursache laut Airbus identifiziert. Der Flugzeugbauer spricht von einem «isolierten» Produktionsproblem und hat die Auslieferungen wieder aufgenommen.
Das Tempo bleibt allerdings zunächst niedrig. Nach Informationen von Bloomberg wurde im August lediglich ein A330neo ausgeliefert. Die Maschine ging an die taiwanische Starlux Airlines.
Für Airlines, die den A330neo bereits einsetzen, besteht nach Angaben von Airbus kein zusätzlicher Kontrollbedarf. Gegenüber Aerotelegraph erklärte ein Airbus-Sprecher, es handle sich ausschliesslich um ein Produktionsproblem. Inspektionen bereits betriebener Flugzeuge seien derzeit nicht notwendig. Auch ein Service Bulletin für die Betreiber sei deshalb nicht nötig.
Airbus bietet den A330neo in zwei Varianten an: den kleineren A330-800 und den grösseren A330-900. Letzterer ist allerdings deutlich erfolgreicher. Alle in diesem Jahr ausgelieferten A330neo waren A330-900.
Schweizer Airlines ohne A330neo
Bei den Schweizer Airlines ist der Typ A330neo nicht im Einsatz. Edelweiss setzt auf der Langstrecke auf den A350-900, der gegenwärtig peu à peu die sechs in die Jahre gekommenen A340 ersetzt.
Swiss betreibt aktuell 14 Maschinen des älteren Typs A330 und hält auch daran fest. Diese werden seit diesem Sommer einem sogenannten ‹Retrofit› unterzogen auf das neue Swiss Senses Bordprodukt, mit welchem die insgesamt zehn neuen (und bis 2032 ausgelieferten) A350-900 bereits standartmässig konfiguriert sind. Später werden bei Swiss auch die 12 Boeing des Types 777 auf Swiss Senses aufgehübscht.
Optisch unterscheidet sich die neo-Version bei allen Airbus Typen durch die markante schwarze Umrandung der Cockpitscheiben und durch die auffälliger geschwungene Form der Winglets.
Zu den grössten Betreibern des A330-900neo zählen Delta Air Lines mit 39 Maschinen, TAP Air Portugal mit 19 und Condor mit 18. Das jüngste LH-Group Mitglied ITA Airways betreibt aktuell 16 Maschinen dieses Typs, Malaysia Airlines deren zehn.
Airbus muss nun zeigen, wie schnell die Produktion wieder auf den vorgesehenen Rhythmus kommt. Entscheidend wird sein, ob der Hersteller den entstandenen Rückstand bei den A330neo-Auslieferungen in den kommenden Monaten aufholen kann. (TI)








