
Die UNESCO hat den Quiçama-Nationalpark in Angola in das Welt Netz der Biosphärenreservate aufgenommen.
Es handelt sich um das erste Biosphärenreservat des Landes und zugleich um einen neuen Schwerpunkt im wachsenden Netzwerk südafrikanischer Schutzgebiete. Die Entscheidung erfolgte im Rahmen des MAB-Programms «Der Mensch und die Biosphäre».
Das neue Quiçama-Biosphärenreservat erstreckt sich über mehr als 3,3 Millionen Hektar entlang der Atlantikküste und umfasst sowohl Land- als auch Meeresökosysteme. Laut UNESCO bilden rund 1,37 Millionen Hektar terrestrische Lebensräume und 1,94 Millionen Hektar Küsten- und Meeresgebiete die Grundlage der aussergewöhnlichen Artenvielfalt. Der rund 9’960 km² grosse Quiçama-Nationalpark bildet das ökologische Zentrum des Gebiets.

Vielfältige Flora und Fauna
Die Landschaft im Reservat umfasst Savannen, Mangroven, Lagunen, Flussmündungen und Küstenklippen. Sie bietet Lebensraum für Seekühe, Elefanten, Flusspferde, Meeresschildkröten, zahlreiche Vogelarten sowie endemische Reptilien. Zu den botanischen Besonderheiten zählt die seltene, rosa blühende Tessmannia camoneana, die ausschliesslich in Angola vorkommt.
Mit der Anerkennung gehört Quiçama nun zu weltweit 785 Biosphärenreservaten in 142 Ländern. Die Aufnahme eröffnet neue Möglichkeiten für internationale Forschungskooperationen, Wissensaustausch und Fördermittel für nachhaltige Projekte. Das Gebiet soll künftig als ‘lebendes Labor’ für Biodiversitätsschutz und gemeinschaftsorientierte Entwicklungsmodelle dienen.
Für die lokalen Gemeinschaften ist das Gebiet seit Generationen eine wichtige Lebensgrundlage. Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei prägen die Region, heute ergänzt durch Initiativen in den Bereichen Ökotourismus, Aquakultur und traditionelles Handwerk. Die UNESCO-Auszeichnung soll diese Projekte stärken und zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven schaffen. (TI)








