
Die Herbstferien 2026 zeigen deutlich, was die Mehrheit der Schweizer Reisenden den wollen: Badeferien. Das sagen zumindest die aktuell publizierten Buchungsdaten von Kuoni und Hotelplan.
Diese zeigen laut Dertour Suisse, dass Reisende für die Monate September und Oktober wieder verstärkt auf warme Destinationen mit hoher Wettersicherheit setzen. Griechenland, Ägypten und Mauritius führen die jeweiligen Distanzsegmente an.
Damit verändert sich das Destinationsprofil im Jahresverlauf. Während im Sommer auch kühlere Reiseziele in Nordeuropa an Nachfrage gewinnen, kehrt mit dem Herbst der Wunsch nach Sonne, Meer und verlässlichen Temperaturen zurück.
Griechenland bleibt auf der Kurzstrecke vorn
Bei den Kurzstreckenzielen liegt Griechenland an der Spitze der Herbstbuchungen. Dahinter folgen Zypern, Mallorca, Djerba und die Türkei.
Auf der Mittelstrecke steht Ägypten an erster Stelle, gefolgt von Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura. Das Muster ist eindeutig: Gefragt sind Destinationen, die auch nach dem Ende der europäischen Hochsaison noch sommerliche Bedingungen bieten und von der Schweiz aus vergleichsweise schnell erreichbar sind.
Tunesien gewinnt weiter an Gewicht
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Tunesien. Die Buchungen für das tunesische Festland haben bei Kuoni und Hotelplan innerhalb von drei Jahren um rund 120 Prozent zugenommen. Auch Djerba legte im selben Zeitraum um rund 45 Prozent zu.
Die Destination profitiert dabei von mehreren Faktoren: relativ kurzen Flugzeiten ab Zürich und Bern, einem breiten Hotelangebot und einem für Badeferien attraktiven Preisniveau. Hinzu kommen Wassertemperaturen, die noch weit in den Herbst hinein Ferien am Meer ermöglichen.
Tunesien damit ein Beispiel dafür, wie sich die Nachfrage nach einer preislich attraktiven Verlängerung des Sommers verschiebt.
Kanaren mit deutlichem Plus
Auch die Kanarischen Inseln gehören zu den Gewinnern. Die Buchungen für Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura liegen zusammen deutlich über dem Niveau von 2023; Dertour Suisse weist für die Kanaren ein Plus von 74 Prozent aus.
Die Inselgruppe erfüllt dabei mehrere Anforderungen des Herbstgeschäfts gleichzeitig: kurze Flugzeiten, relativ konstante Temperaturen und eine hohe Sonnenscheindauer. Das macht sie zu einer Alternative zum klassischen Mittelmeer, wenn dort die Saison bereits ausläuft.
Ägypten, das ebenfalls zu den stärksten Mittelstreckenzielen zählt, verzeichnet nach einer Phase rückläufiger Nachfrage wieder eine Erholung. Badeferien, Tauchen und Familienangebote bleiben zentrale Segmente.
Mauritius führt auf der Langstrecke
Auf der Langstrecke verschiebt sich der Fokus ebenfalls auf klassische Badeziele. Mauritius steht bei den Herbstbuchungen an erster Stelle, gefolgt von den Malediven, der Dominikanischen Republik, Phuket und Sansibar.
Mauritius verzeichnet gegenüber Herbst 2023 ein Buchungsplus von 45 Prozent. Noch stärker ist die Entwicklung bei den Malediven: Hier hat sich die Nachfrage laut Dertour Suisse mehr als verdoppelt.
Neben den klimatischen Bedingungen spielen bei beiden Destinationen auch die Flugverbindungen eine Rolle. Direktverbindungen ab Zürich beziehungsweise das ausgebaute Angebot auf die Malediven sowie wieder besser verfügbare Verbindungen über die Golf-Drehkreuze erleichtern die Reiseplanung.
Die Top-Destinationen im Überblick:
Kurzstrecke
- Griechenland
- Zypern
- Mallorca
- Tunesien – Djerba
- Türkei
Mittelstrecke
- Ägypten
- Teneriffa
- Gran Canaria
- Lanzarote
- Fuerteventura
Langstrecke
- Mauritius
- Malediven
- Dominikanische Republik
- Thailand – Phuket
- Sansibar
Zeichnet sich doch ein saisonales Muster ab?
Deuten die Herbstbuchungen beim grössten Player am Schweizer Markt damit weniger auf einen grundsätzlichen Wandel der Reisepräferenzen als auf eine saisonale Verschiebung hin?
In der Umfrageauswertung der TRAVEL INSIDE Umfrage zu diesem Thema vom 2. September wollten allerdings 56% der Umfrageteilnehmer*innen keinen spürbaren Trend in diese Richtung festgestellt haben.
Im Sommer verteilt sich die Nachfrage breiter und umfasst neben klassischen Badeferien zunehmend auch Destinationen mit gemässigtem Klima. Sobald die Temperaturen in den hiesigen Breitengraden sinken, gewinnen dagegen Reiseziele mit hoher Sonnensicherheit und warmem Meer wieder deutlich an Gewicht. (TI)








