Auf Schienen in die Zukunft

In Zürich, Bern und Lausanne informierten sich 110 Reiseprofis über Aktuelles im Bahnreisebereich.
Der Funken ist gesprungen (von links): Mike Jakob, Nadja Aeberhard und Jannis Lorenz konnten die Teilnehmer von Bahnreisen überzeugen. ©zVg

Am Workshop von Railtour wurden neue Zugstrecken und attraktive Direktverbindungen vorgestellt – darunter auch der neuste Nightjet.

Partner wie die SBB und TGV Lyria präsentierten ihre Neuheiten, während Railtour mit Einblicken in Luxuszüge und Reisetipps inspirierte. Der Funke für Bahnreisen sprang bei allen spürbar über.

Zum Einstieg erinnerte ‘Bahn-Guru’ Mike Jakob, Railtour Key Account Manager, an die vielen Vorzüge des Reisens auf der Schiene: keine langwierigen Einstiegsprozeduren, nachhaltiger, mit viel Bewegungsfreiheit, grosszügigere Gepäckbestimmungen und der Möglichkeit, unterwegs zu arbeiten.

Vor allem aber führt die Bahn direkt ins Herz der Stadt, ein unschlagbarer Vorteil, wie er betonte. Paris, die unangefochtene Nummer eins unter den Zugsdestinationen, erlebt nach den Olympischen Spielen eine neue Beliebtheitswelle. Doch auch Hamburg, London, Verona, München, Rom und Mailand sind stark gefragt.

Ein besonderes Augenmerk galt dem stetig wachsenden Zugangebot. Matteo Spiller und Alfonso D’Ambrosio von SBB Internationaler Personenverkehr zeigten, wie stark sich das Streckennetz derzeit entwickelt.

Alfonso D’Ambrosio (links) und Matteo Spiller informierten über den internationalen Personenverkehr. ©zVg
Direktverbindung nach Florenz

So wird ab Dezember eine Direktverbindung nach Florenz mit dem Giruno möglich sein, ab März folgt die bisherige Verbindung über Genua nach La Spezia. Auch der Norden rückt näher: Ab April verbindet ein Nachtzug Basel mit Malmö. So werden attraktive Umsteigeverbindungen nach Stockholm und Göteborg möglich – im Sommer sogar bis Oslo.

Ab Anfang Dezember wird zudem ein neuer Nightjet nach Hamburg verkehren, ein Nightjet der neusten Generation. Eine mögliche Direktverbindung nach London ist ebenfalls in Planung; eine Machbarkeitsstudie läuft, und der Bund unterstützt das Projekt. Kurzfristig sind ab 2026 auch neue ICE-Verbindungen aus Deutschland nach Brig und Chur vorgesehen.

Linda Luipold konnte die Besucher für die TGV Verbindungen begeistern.

Für französisches Flair sorgte Linda Luipold von TGV Lyria. Sie kündigte an, dass ab Frühjahr 2026 eine direkte Verbindung von Lausanne nach Marseille geplant ist.

Zudem arbeitet TGV Lyria an einem verbesserten Reiseerlebnis mit modernisiertem WLAN, einem neuen Bordportal und erweiterten gastronomischen Angeboten – ein rundum zeitgemässes Konzept.

Doch Railtour zeigte nicht nur Züge, sondern auch, wie Bahnreisen zum Gesamterlebnis werden. Mike Jakob gab wertvolle Tipps, etwa für Hamburg, wo sich ein Besuch besonders zum Hafengeburtstag im Mai lohnt. Auch das Digital Art Museum, das Elbjazz Festival oder ein Blick hinter die Kulissen der Elbphilharmonie machen die Stadt zu einem spannenden Ziel für Bahnreisende.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Blick in die Welt der Luxuszüge. Der legendäre Venice Simplon-Orient-Express, der unter anderem von Paris bis Istanbul verkehrt, wurde mit dem neuen Wagen L’Observatoire (eine spezielle Suite) noch eleganter und luxuriöser.  Auch der Britannic Explorer und der Al Andalus von Sevilla nach Madrid begeistern mit ihrem einzigartigen Ambiente und erinnern an die goldene Ära des Reisens.

Zum Abschluss plädierte Mike Jakob mit spürbarer Begeisterung für Kurzreisen zu Weihnachtsmärkten oder Silvesterzielen – viele davon sind derzeit noch buchbar. Spätestens da wurde klar: Die Leidenschaft für Bahnreisen ist entfacht.

Silvia Mettler