Aus für die St. Galler Ferienmesse Grenzenlos

Der Veranstalter, Olma Messen, sieht für Jahre keine Chance.
Ferienmesse Grenzenlos
Grenzenlos St. Gallen.

Die Olma Messen St.Gallen stellen die Ferienmesse Grenzenlos definitiv ein. Auch die Fest- und Hochzeitsmessen St. Gallen und Zürich werden gestrichen. Die drei Messen würden aufgrund der Marktentwicklung in den nächsten 2-3 Jahren jährliche Verluste im sechsstelligen Bereich verursachen, schreibt der Veranstalter, die Olma Messen Genossenschaft.

Die drei Messen hätten sich aufgrund von Marktveränderungen schon vor der Corona-Pandemie negativ entwickelt. Rückläufige Ausstellerzahlen und Flächenerträge über mehrere Jahre liessen sich durch Sparmassnahmen nicht kompensieren. Die Reisetätigkeit ist weltweit extrem eingeschränkt. Hochzeiten und Festanlässe sind aufgrund der Kontaktbeschränkungen kaum mehr möglich und wurden in grosser Zahl abgesagt und in die Zukunft verschoben.

St. Galler Ferienmesse generierte zu wenig Ertrag

Die Grenzenlos – im 2017 neu lanciert – musste die beträchtlichen Investitionen des neuen Konzeptes tragen. Die Kosten waren jedoch nicht der Treiber der nun beschlossenen Einstellung, vielmehr hat sich die Ertragssituation negativ entwickelt. Konnte die Ferienmesse anfänglich noch jährlich geschätzt rund eine Mio. Franken Umsatz erwirtschaften, waren es zuletzt noch – ebenfalls geschätzt – rund 600’000 Franken.

Grenzenlos-Team (von links): Rolf Brun, Stephanie Müggler und Sabrina Ackermann.
© Olma Messen

Die Grenzenlos-Messeleiterin Stephanie Müggler muss gehen, ihre Assistentin Sabrina Ackermann darf bleiben und wechselt zur Olma. Rolf Brun hat bereits im Oktober 2020 die Abteilung Messen verlassen und agiert aktuell in einem Pensum von 80% mit Sonderaufgaben. Die frühere Messeleiterin Caroline Derungs arbeitet für die Olma-Eventagentur Volt Events und ist vom Abbau nicht betroffen.

Aufgrund des dauerhaft reduzierten Messeprogramms werden auch weniger Personalressourcen gebraucht. Deshalb würden acht Stellen abgebaut,
davon vier in der Messeorganisation und vier im Betriebsdienst, schreibt die Olma.

Zwar werde die Nachfrage nach Tourismus- und Event-Dienstleistungen mit Abflauen der Pandemiesicher rasch wieder zunehmen. Viele Unternehmungen, die in diesen Branchen tätig sind, seien aber durch den Strukturwandel bereits geschwächt und würden in der Pandemie zusätzlich durch den langen Ausfall fast sämtlicher Einnahmen in ihrem Kern getroffen. Der Messeveranstalter erwartet nur eine langsame Erholung von der Krise. Mit einem Wiedererstarken der betreffenden Messen könne auf Jahre hinaus nicht gerechnet werden.

Tour Operator und Retailer frustriert

Die Themen Reisen und Hochzeiten werden voraussichtlich nicht mehr als eigene Messekonzepte wieder aufleben können, auch nicht im 2023 und darüberhinaus. Allerdings scheint sich die Olma neue mögliche Formen für diese Bereiche zu überlegen.

Viele Reiseunternehmen, insbesondere Veranstalter und Retailer, sind ob der Annullierung der Ferienmesse für die Ostschweiz, welche seit 1990 immerhin 31 Mal durchgeführt wurde, sehr frustriert. Denn sie konnten an der beim lokalen Publikum nach wie vor beliebten Messe zahlreiche Kontakte, oft auch neue Kunden und sogar konkrete Buchungen generieren.

Für die Campingmesse OCA, die von Drittveranstaltern parallel zur Grenzenlos
durchgeführt werde und von diesem Entscheid nicht betroffen sei, werde nach einer Lösung auf dem Messeplatz St.Gallen gesucht. Auch bei der Fest- und Hochzeitsmesse werden Ansätze für eine Anschlusslösung mit interessierten Kreisen diskutiert. 2020 hat die Olma Messen St. Gallen einen Umsatzeinbruch um 70% hinnehmen müssen. Auch im 2021 hat sich dieser Trend festgesetzt, weshalb rigorose Sparmassnahmen angesagt sind. (TI)