Blockchain: KI-Agenten als zukünftige Reisebuchungsassistenten

170 internationale Experten trafen sich auf Kreta zur Travel Un’chained 2025, der führenden Web3-Konferenz im Tourismus.
Glückliche Chain4travel Veranstalter. ©Chain4Travel/Yannis Fais

Die internationale Reiseindustrie hat sich auf Kreta getroffen, um die Zukunft des digitalen Reisens zu gestalten. Vom 29. September bis 1. Oktober versammelten sich knapp 170 Fach- und Führungskräfte aus der ganzen Welt zur vierten Ausgabe der Travel Un’chained Konferenz.

Die von Chain4Travel mit Unterstützung der Camino Network Foundation organisierte Veranstaltung hat sich als führende internationale Konferenz für Web3- und AI-Innovationen im Tourismus etabliert.

Internationale Spitzenbesetzung auf Kreta

Erstmals fand die Veranstaltung auf der griechischen Insel statt. Die Wahl des Standorts erwies sich als Glücksgriff: Das mediterrane Ambiente des 5-Sterne Knossos Royal Resort bot den idealen Rahmen für intensiven fachlichen Austausch und hochwertiges Networking. Gewohnt professionell moderiert wurde der Event von Anke Hsu, Chief Growth Officer von Chain4Travel.

Konkrete Anwendungsfälle statt Theorie

Die dreitägige Konferenz überzeugte durch ihren ausgeprägten Praxisbezug. Insgesamt 19 Speaker präsentierten konkrete Implementierungen und Pilotprojekte, die bereits heute die Reisebranche verändern.

Die Agenda spannte dabei einen weiten Bogen von Stablecoin-Payments im internationalen B2B-Zahlungsverkehr über digitale Identitäten im EU-Raum bis hin zu AI-gestützten Reiseassistenten.

Zu den Höhepunkten gehörte die Präsentation des neuen Bankenkonsortiums EBC von neun weltweit führenden Banken zum digitalen Euro sowie die Vorstellung des SAP Digital Currency Hubs. Besonders praxisnah wurde es mit den Live-Einblicken von MTS Globe, die bereits intra-company Zahlungen über Stablecoins im Camino Netzwerk abwickeln – mit messbaren Verbesserungen in der Prozessgeschwindigkeit und Kostenstruktur.

Destinationen und Airlines setzen auf Web3

Die Anwendungsbeispiele zeigten die Bandbreite der Möglichkeiten: Visit Qatar präsentierte erstmalig ein Token basiertes Destination-Loyality-Programm, während GroundSync demonstrierte, wie Blockchain den Flughafen- und Airline Betrieb effizienter gestaltet.

Amazon stellte im Rahmen des NOBID-Konsortiums zusammen mit Fast Ferries seine Integration der kommenden EU-Digital-Wallets vor.

Auch Consumer-Lösungen kamen nicht zu kurz: Mit Sleap.io und Travel Token Marketplace wurden konkrete Anwendungen präsentiert – von Web3-basierten Hotelbuchungen bis hin zu programmierbaren Travel Vouchers, die neue Flexibilität für Reisende und Anbieter schaffen.

KI-Agenten als zukünftige Reisebuchungsassistenten

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt lag auf der Konvergenz von AI und Blockchain. In Keynotes und Demos wurde aufgezeigt, wie die stetig wachsende Anzahl von KI-Agenten künftig Reisebuchungen übernimmt und wie der Camino Messenger dabei als Infrastruktur für sichere Zahlungen, Identitäten und Kommunikation dient. Diese Entwicklung könnte die Art und Weise, wie Reisen gebucht und konsumiert werden, grundlegend verändern.

Branchenführer sehen Durchbruch

Pablo Castillo ©Chain4Travel/Yannis Fais

Pablo Castillo, CEO von Chain4Travel, zeigt sich beeindruckt vom Innovationstempo: «Travel Un’chained hat eindrucksvoll gezeigt, dass Blockchain in der Reisebranche längst Realität ist. 19 Speaker, darunter zahlreiche junge Start-ups, zeigen das starke Innovationspotenzial, das Camino mit sich bringt.»

Web3 ermögliche schnellere, günstigere Zahlungen und schafft die Basis für völlig neue Geschäftsmodelle. «Besonders stark ist, wie schnell Partner über Camino live vernetzt werden.»

Das ganze Interview mit Pablo Castillo hier.

 

 

 

Thomas Stirnimann ©Chain4Travel/Yannis Fais

Thomas Stirnimann, Verwaltungsratspräsident der Camino Network Foundation, betonte die Bedeutung des Standorts: «Wir freuen uns, in Griechenland ein Event realisiert zu haben, das auf so grosses Interesse gestossen ist. Ein besonderer Dank gilt unserem Partner AVRA, die als DMC nicht nur massgeblich unterstützt haben, sondern auch selbst mit innovativen Web3-Projekten bereits in den letzten Jahren auf der Bühne standen. So international und mit so starken Marken war Travel Un’chained bisher noch nie aufgestellt.»

 

Networking auf höchstem Niveau

Das kuratierte Format mit begrenzter Teilnehmerzahl erwies sich erneut als Erfolgsrezept. Statt Massenveranstaltung bot Travel Un’chained 2025 intensive Gespräche und echten Wissenstransfer. Das Networking-Dinner im exklusiven Scorpio Beach Club und der abschliessende Networking-Brunch boten den perfekten Rahmen für den informellen Austausch zwischen den Teilnehmenden.

Ausblick: Infrastruktur steht, jetzt folgt die breite Umsetzung

Ralf Usbeck, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Chain4Travel, gab einen Ausblick auf die kommenden Monate: „Das Camino-Team hat eine tragfähige Infrastruktur aufgebaut – vom Blockchain-Netzwerk bis hin zum Messenger. Die zahlreichen Praxisprojekte belegen die Funktionsfähigkeit. Jetzt liegt es an der Reisebranche, diesen Weg konsequent weiterzugehen und diese neue Infrastruktur zu nutzen.”

Starkes internationales Sponsoren-Netzwerk

Die Veranstaltung wurde durch ein starkes internationales Netzwerk von Sponsoren unterstützt. Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren AVRA, Cyberlogic, eMind, Involatus, dem VIR und der Camino Network Foundation, die das Event möglich gemacht haben.

Relevanz für die Schweizer Reiseindustrie

Für Schweizer Unternehmen der Reisebranche sind die auf Kreta präsentierten Entwicklungen von hoher Relevanz. Die Themen Stablecoin-Zahlungen, digitale Identitäten und AI-gestützte Buchungssysteme werden auch hierzulande die Branche nachhaltig verändern.

Insbesondere auch, nach der kürzlichen Abstimmungen über die Einführung einer E-ID in der Schweiz. Die konkreten Praxisbeispiele zeigen, dass Web3-Technologien bereits heute einsatzbereit sind und messbare Vorteile in Effizienz und Kostenstruktur bieten.

Die nächste Ausgabe der Travel Un’chained dürfte angesichts des grossen Erfolgs der diesjährigen Veranstaltung auf noch grösseres Interesse stossen. Schweizer Reiseunternehmen, die den Anschluss an die internationale Entwicklung nicht verpassen wollen, sollten diese Gelegenheit nutzen.

Adrian Matt, Kreta

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