Bombenanschläge in Thailand

Betroffen sind Hua Hin, Phuket, Surat Thani und Trang.
Patong, Bombenanschlag
zvg/màd

Eine Serie von Bombenanschlägen innert weniger Stunden an verschiedenen Orten im Süden des Landes erschüttern Thailand. Nach neusten Meldungen sollen die Anschläge insgesamt mindestens vier Tote und Dutzende Verletzte gefordert haben. Unter den Verletzten sollen nach unbestätigten Meldungen auch Touristen aus Deutschland, Österreich, Italien und den Niederlanden sein.

An verschiedenen Plätzen im Zentrum von Hua Hin detonierten laut lokalen Medien innerhalb weniger Stunden vier Bomben, zwei weitere seien aufgefunden und entschärft worden. Im Touristenort Patong auf Phuket gab es zwei Anschläge. Einer erfolgte an der Kreuzung der Strandstrasse mit der Ausgehmeile Bangla Road und zerstörte eine kleine Container-ähnliche Polizeitstation. Ein Motorrad-Taxifahrer soll dabei verletzt worden sein. Die zweite Bombe ging im unweit entfernten, direkt am Meer liegenden Loma Park hoch. Hier soll es nach ersten Meldungen keine Verletzte gegeben haben.

Ein Todesopfer und einige Verletzte forderte ein Anschlag in Trang. Zu zwei Explosionen kam es in Surat Thani, bei dem es ein Todesopfer zu beklagen gibt.

Zu gesicherten Informationen zu kommen ist derzeit noch schwierig. Ob die Anschläge mit den heutigen Feierlichkeiten zum Geburtstag von Königin Sirikit, dem am letzten Sonntag durch die Militärregierung durchgeführten Referendum über eine neue Verfassung oder mit den seit Jahren anhaltenden Aufständen muslimischer Rebellen in den südlichsten Provinzen des Landes an der Grenze zu Malaysia zu tun haben könnten, ist völlig offen. Die Behörden und Sicherheitskräfte schliessen derzeit eine Verbindung zum internationalen Terrorismus eher aus.

Premierminister Prayut Chan-o-cha spricht von einer konzertierten Anschlagsserie, die Chaos und Verwirrung stiften soll. Es gebe keinen Grund, jetzt in Panik zu verfallen. Die Sicherheitsmassnahmen wurden sofort erhöht. Im am stärksten betroffenen Hua Hin wurden die Restaurants, Bars und Läden im Zentrum angewiesen, ihre Geschäfte zu schliessen.

Der letzte grosse Anschlag in Thailand liegt fast genau ein Jahr zurück: Am 17. August 2015 hatte ein Bombenanschlag am berühmten Erawan-Schrein mitten im Zentrum von Bangkok mehrere Todesopfer und über 100 Verletze gefordert.

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