Boom in der israelischen Hotellerie

Boom in der israelischen Hotellerie

Jahr für Jahr steigen die Einreisezahlen nach Israel. Für die zunehmende Zahl der Touristen gibt es diverse Hotelprojekte von Galiläa über Tel Aviv bis zum Roten Meer.
© Assaf Pinchuk The Setai eröffnete am See Genezareth 47 zusätzliche Villen.

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Im Tourismusrekordjahr 2017 stieg die durchschnittliche Auslastung aller israelischen Hotels laut der Tageszeitung «Haaretz» von 63 auf 67 Prozent an. In Tel Aviv, Eilat, Jerusalem und am Toten Meer steigerte sich dieser Wert im Oktober/November 2017 sogar auf rund 80 Prozent, was teilweise zu komplett ausgebuchten Hotels führt. Grund für diese angespannte Situation: In den letzten zehn Jahren kamen nur rund 4000 zusätzliche Hotelzimmer zu den landesweit gut 50 000 Zimmern hinzu. Wäre Airbnb nicht in den israelischen Markt eingetreten – alleine in Tel Aviv stehen rund 10 000 Airbnb-Objekte zur Auswahl –, müssten Touristen noch häufiger mit komplett ausgebuchten Zimmern rechnen.

Doch die Lage entspannt sich langsam, aber sicher: Bis 2019 sollen 5000 zusätzliche Hotelzimmer eröffnet werden, über die Hälfte davon in Tel Aviv und Jerusalem. Yossi Fattal, CEO der Israel Incoming Tourism Association, weist aber darauf hin, dass rund 50 Prozent des Tourismusstroms nach Israel auf Gruppenreisen zurückgehe. «Und diese Reisen finden nur an sechs verschiedenen Monaten pro Jahr statt. Die geplanten zusätzlichen Zimmer verbessern die Situation nur ansatzweise. » Er hofft, dass die moderateren Hotelpreise Touristen ermutigen, in der Nebensaison, also von Dezember bis Februar, zu reisen. Die stärksten Einreisemonate waren im Zeitraum 2006 bis 2017 übrigens die Monate April, Mai und Oktober.

Subventionen vom Ministerium

Die Investitionen in den letzten Jahren würden mit der geopolitischen Lage zusammenhängen, erklärt Michael Hay, der bei der stark expandierenden israelischen Hotelkette Atlas für die Entwicklung verantwortlich ist. Investitionen in der Hotellerie seien immer mit Risiken behaftet. Das israelische Parlament hat daher einer Gesetzesänderung zugestimmt, wonach es künftig einfacher ist, bestehende Häuser in Hotels umzuwandeln. So subventioniert das Tourismusministerium den Bau neuer Hotels oder den Ausbau bestehender Häuser sowie die Restaurierung und Umnutzung von Bauten mit 20 Prozent. Hotels im Low-Budget-Bereich mit bis zu drei Sternen sowie Hostels und Jugendherbergen werden mit zusätzlichen 13 Prozent subventioniert.

© The Jaffa Tel Aviv
The Jaffa Tel Aviv gehört zur Luxury Collection von Marriott.

Entsprechend mehren sich die Eröffnungen von neuen Hotels im ganzen Land:

Die Israel Land Authority und die Gemeinde Eilat planen im Osten der Stadt ein komplett neues Viertel mit Wohnungen, Geschäften und bis zu 1150 neuen Hotelzimmern zu den bereits bestehenden 11000 im Badeort am Roten Meer. Teil des Projekts, das 2021 abgeschlossen sein soll, ist die Kette Astral Hotel. Sie betreibt bereits fünf Häuser in Eilat und baut ein neues Zwei-Sterne-Hotel mit 400 Zimmern, das preisbewusste Gäste anlocken soll.

The Setai, seit April mit einem neuen Haus mit 120 Zimmern und Suiten und einem Spa in Jaffa vertreten, eröffnete im August 2018 47 zusätzliche Villen mit Infinity-Pool am See Genezareth. Setai in Galiläa ist das vierte Haus in Israel, das zu den Leading Hotels of the World gehört – nach den Jerusalemer Hotels Mamilla, American Colony und King David.

Mit dem Nobu am Rothschild-Boulevard wird die Hotelkette in Tel Aviv das 17. Haus im Portfolio begrüssen. Wann die 38 Design-Zimmer im umkämpften Hotelmarkt mitmischen, ist noch unklar. 2018 nahmen mit dem Lighthouse by Brown Hotels (100 Zimmer an der Allenby-Strasse/Ecke Ben Yehuda), The Jaffa Tel Aviv (120 Zimmer, Teil der Luxury Collection von Marriott, in einem neoklassizistischen Kloster aus dem 19. Jahrhundert untergebracht) und dem Boutiquehotel Drisco im Süden Tel Avivs (37 Zimmer, fünf Suiten, in einem ehemaligen Hotel von 1866, aus der osmanischen Zeit) drei weitere Luxushotels ihren Betrieb auf. Sie konkurrieren sich mit den ebenfalls neueren Boutique-Hotels wie The Norman beim Rothschild-Boulevard, Rothschild 22, Montefiore an der gleichnamigen Strasse oder Nordoy am Nachlat Binyamin. Die Aufzählung zeigt, dass die Musik auch in der Hotellerie vor allem in Tel Aviv und Jaffa spielt.

Die alte Kreuzfahrerstadt Akko macht ebenfalls von sich reden: Die Karawanserei Khan-al-Umdan aus dem 18. Jahrhundert soll künftig wie früher wieder Gäste beherbergen: Das israelische Tourismusministerium und die Old Akko & Nazareth Development Co Ltd. haben eine Ausschreibung zur Unterverpachtung eines Hotels im historischen Komplex veröffentlicht. Bieter können ihre Angebote noch bis zum 27. Dezember 2018 einreichen.

Reto E. Wild


Weiterführende Links

embassies.gov.il/bern

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Israelischen Verkehrsbüro.

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