
Am 19. März 2026 hob die erste B787-8 von British Airways ausgerüstet mit Starlink nach Houston ab. Die Fluggesellschaft ist dabei, alle ihre B-787 Flugzeuge mit dem WiFi von Starlink auszurüsten. Bis 2028 sollen mehr als 300 British Airways Flugzeuge diese Anbindung an das Internet anbieten.
Sean Doyle, Chairman und Chief Executive von British Airways, bezeichnete die Einführung als einen Meilenstein: «Wir wissen, dass es den Menschen wichtig ist, verbunden zu bleiben – egal ob sie geschäftlich reisen oder in die Ferien fliegen – und Starlink wird unseren Kundinnen und Kunden schnelles, zuverlässiges WLAN bieten, das das Erlebnis an Bord grundlegend verändert.»
Sprach- und Videoanrufe nicht blockiert
Entgegen den Gepflogenheiten der Luftfahrt blockiert British Airways aber Sprach- und Videoanrufe nicht. Auf der Webseite an Bord heisst es unter anderem: «Wenn Sie telefonieren, sprechen Sie leise und benutzen Sie Kopfhörer.»
Konkret bedeutet das: Sprach- und Videoanrufe sind erlaubt, nur sollte man dabei niemanden stören. Damit beendet BA eine seit langem ungeschriebene Regel, die den Gästen während des Fluges größtmögliche Ruhe auferlegt, schreibt das Magazin Business Traveller.
Das Ende der Ruhe an Bord?
Das Fachportal onemileatatime.com fragt sich bereits: «Zerstört Starlink-WLAN das Konzept der Ruhe an Bord», und schreibt, dass die meisten Passagiere bei Qatar Airways, einem frühen Starlink-Kunden, begeistert vom gratis Highspeed-WLAN seien, nur gebe es eine häufige Beschwerde: Im Flugzeug sei es nun sehr laut.
Seit Qatar Airways Anrufe und Videomeetings an Bord erlaubt, prallen in einem Grossraumjet mit Platz für rund 350 Gäste aus allen Ecken der Welt auch extrem unterschiedliche Lärmkulturen aufeinander. Und nicht jeder nimmt beim Telefonieren Rücksicht auf die Sitznachbarn, hält sich an die Telefonetikette der Airline oder hört auf die Mahnungen der Crew, doch bitte den Ton zu senken.
Bei US Airlines verboten
Dem Zwist unter Passagieren wegen des erhöhten Lärmpegels entgehen die US Airlines, denn das telefonieren an Bord ist per Bundesgesetz verboten.
In Europa erlaubt
In der EU ist das tätigen von Audio- und Video-Anrufen an Bord grundsätzlich erlaubt so lange sich die Fluggesellschaft an die Vorschriften der European Union Aviation Safety Agency EASA sowie an diejenigen der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde hält.
Die EASA hat bereits 2014 die Nutzung von PEDs (Portable Electronic Devices) zugelassen, vorausgesetzt, die Fluggesellschaft kann sicherstellen, dass die Flugzeugelektronik durch die Sendesignale der Geräte auf keinen Fall beeinträchtigt wird. Bedenken gegen 5G und erst recht nicht gegen Highspeed-WLAN bestehen nicht.
Fazit: Schluss mit der Ruhe an Bord!
Hans-Peter Brasser








