Business Travel Community besorgt über EU-Dekarbonisierungsregeln

BT4Europe fordert die EU-Kommission auf, die vorgeschlagenen Regeln für den Ausgleich und die Reduzierung von Co² im Luftverkehr zu verschärfen und zu präzisieren.
CO2-Emission, Nachhaltigkeit, Umwelt
©Pixabay/geralt

BT4Europe, das europäische Netzwerk der Geschäftsreiseverbände, hat seine ernsten Bedenken bezüglich der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Regeln zur Berechnung der Kompensationsanforderungen im Rahmen des Carbon Offsetting & Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA) zum Ausdruck gebracht.

Mangelende Klarheit

BT4Europe unterstützt zwar nachdrücklich die Initiativen der Europäischen Kommission zur Dekarbonisierung des Verkehrs, insbesondere des Luftverkehrs, und begrüsst das Konzept der Kompensations- und Reduktionsregeln, ist aber enttäuscht, dass der Vorschlag die dringend notwendige Dekarbonisierung des Luftverkehrs verkompliziert und vielleicht sogar verzögert. Insbesondere wird er die Geschäftsreisenden daran hindern, ihre Rolle in vollem Umfang wahrzunehmen, da es an Klarheit mangelt.

‘Count Emissions’ für Transparenz unerlässlich

Im Rahmen des Konsultationsverfahrens der EU-Kommission bezüglich CROSIA hat BT4Europe folgende Antworten verfasst:

  • Die Nutzung von Flugreisen durch Unternehmen für geschäftliche Aktivitäten stellt eine verwirrende Situation dar, da nicht klar ist, ob die Kompensationen für Scope-3-Emissionen bereits erfolgt sind oder ob Unternehmen ihre Flüge noch kompensieren müssen, was möglicherweise zu einer Doppelzählung führen könnte.
  • Offensichtlich legt die Richtlinie die Verantwortung auf die Mitgliedstaaten und nicht auf die Fluggesellschaften selbst, was zu Fragen bezüglich der genauen Anforderungen für die Kompensation führt. Das Fehlen einer standardisierten Berechnungsmethode für Emissionen und die Tatsache, dass der Schwerpunkt der Richtlinie eher auf einem Nachholeffekt als auf proaktiven Nachhaltigkeitsmassnahmen liegt, schafft weitere Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit.
  • Aus Sicht des Geschäftsreiseverkehrs im Allgemeinen ist die Anbindung an die EU-Verordnung ‘Count Emissions’ für die Transparenz unerlässlich. Die Folgen der Nichteinhaltung der Richtlinie bleiben ebenfalls unklar. Eine weitere Sorge ist, dass die Fluggesellschaften möglicherweise nicht in der Lage sind, die von ihren Kunden gezahlten Kompensationen/Reduzierungen zu nutzen, um die Einhaltung dieser Richtlinie geltend zu machen.

Patrick Diemer, der Vorsitzende von BT4Europre, schloss: «Wir hoffen, dass die Europäische Kommission unsere Bedenken ernst nimmt und ihre vorgeschlagenen Regeln für die Berechnung der Kompensationsanforderungen im Rahmen des Carbon Offsetting & Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA) verschärft und klarer formuliert.

Wir haben auf eine Reihe schwerwiegender Unklarheiten und Auslassungen hingewiesen, darunter das Fehlen einer klaren, standardisierten Berechnungsmethode für Emissionen, die durch eine enge Verknüpfung mit dem ‘Count Emissions’-Vorschlag behoben werden könnte. Wir freuen uns darauf, mit der Kommission zusammenzuarbeiten, um unsere Bedenken auszuräumen und unseren Vorschlag weiterzuentwickeln, um sicherzustellen, dass die Dekarbonisierung der Luftfahrt nicht weiter verzögert wird.» (Business Traveltip)

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