«Chaos-Initiative Nein»: Zürich will wettbewerbsfähig bleiben

Tourismus- und Gastgewerbe empfehlen ein Nein zu ‘Keine 10-Millionen-Schweiz!’
©Mattias Nutt / Zürich Tourismus

Die Zürcher Tourismus- und Gastgewerbebranche sei auf qualifizierte Mitarbeitende, internationale Gäste und eine starke internationale Anbindung angewiesen.

Die aktuell zur Abstimmung gelangende Initiative ’10-Mio’ der SVP gefährde diese Voraussetzungen, wie Gastro Zürich informiert. «Deshalb sprechen sich Zürich Tourismus, die Zürcher Hoteliers, Gastro Kanton Zürich, Gastro Stadt Zürich sowie die Bar & Club Kommission im Interesse unserer Tourismus-Destination gemeinsam gegen die sogenannte Chaos-Initiative aus», so der Verband.

Die Initiative fordert unter anderem die Kündigung des Freizügigkeitsabkommens mit der Europäischen Union. Damit würden auch die weiteren Bilateralen I fallen, darunter zentrale Abkommen wie das Landverkehrs- und das Luftverkehrsabkommen. Zudem geriete das Schengen-Abkommen massiv unter Druck. Für den Tourismusstandort Zürich hätte dies weitreichende Folgen.

Die Argumente der Zürcher Tourismusbranche für ein Nein
  • Fachkräfte sichern: Die Tourismus- und Gastgewerbebranche ist auf qualifizierte Mitarbeitende angewiesen. Heute stammen über 30% der Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie aus dem EU-/EFTA-Raum. Der Zugang zu diesen Fachkräften ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe.
  • Bürokratie verhindern: Mit der Kündigung des Freizügigkeitsabkommens kehren Kontingente, Bewilligungen, Wartezeiten und Gebühren zurück. Diese Belastung würde die KMU besonders hart treffen.
  • Internationale Erreichbarkeit erhalten: Die hervorragende Anbindung Zürichs an Europa und die Welt ist eine zentrale Voraussetzung für den Tourismus, den Kongress- und Eventstandort sowie zahlreiche Unternehmen. Einschränkungen im Luft- und Landverkehr würden die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schwächen.
  • Visumspflicht: Drittstaatsangehörige müssten wieder ein separates Schweizer Visum beantragen – mit spürbaren Folgen für die Nachfrage in Neben- und Zwischensaisons.
  • Standort- und Angebotsqualität sichern: Zürichs Standortattraktivität beruht auf einem vielfältigen Angebot aus Hotellerie, Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten sowie auf seiner internationalen Vernetzung und Offenheit. Diese Faktoren schaffen Lebensqualität für die Bevölkerung und machen Zürich für Gäste aus aller Welt attraktiv. Werden Mobilität, der Zugang zu Arbeitskräften oder die internationale Vernetzung erschwert, geraten nicht nur einzelne Betriebe unter Druck, sondern auch die Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Zürich.
  • Planungssicherheit und Verlässlichkeit gewährleisten: Zürich steht für Stabilität und Planungssicherheit. Diese Faktoren sind wichtige Standortvorteile für Unternehmen, Investitionen und den Tourismus.