Endlich: Grünes Licht für Karibik-Cruises

Die Öffnung der US-Grenzen für geimpfte Europäer stimuliert die Wintersaison der Kreuzfahrten – und weitere aktuelle Cruise-News.
© Norwegian Cruise Line
Beat Eichenberger, TI-Cruise-Spezialist

Die Nachricht, dass ab 1. November doppelt geimpfte EU-Bürger, Schweizer und Briten wieder aus touristischen Gründen in die USA einreisen dürfen, hat in der Kreuzfahrtbranche einige Euphorie ausgelöst: Das wichtigste winterliche Fernreisen-Cruise-Revier, die vorwiegend ab US-Häfen angesteuerte Karibik, ist nach rund 18 Monaten Pause auch für die hiesigen Märkte wieder buchbar.

Der schwierige Restart in den USA

Der Cruise-Restart in den USA liess im Gegensatz zu Europa lange auf sich warten: Auf Grund strenger und gelegentlich verwirrender behördlicher Vorgaben konnten erst in diesem Juli und August erste Schiffe wieder ab US-Häfen Fahrt auslaufen – allerdings nur für den Heimmarkt. Alternativ, respektive notgedrungen, stachen deshalb schon zuvor einige Schiffe amerikanischer Reedereien ab karibischen Häfen in See (sowie in Europa etwa ab Athen).

Doch inzwischen geht es zügig vorwärts: Alle grossen US-Reedereien wie Carnival Cruise Line, Royal Caribbean International, Celebrity Cruises, Norwegian Cruise Line oder Disney Cruises bauen ihre Angebote ab US-Häfen sukzessive aus und haben inzwischen bis zur Hälfte ihrer Schiffe im Einsatz. Viele weitere Anbieter werden bis im Winter folgen. Für die Karibik stehen dabei vor allem Miami, Fort Lauderdale (Port Everglades) oder Port Canaveral als wichtigste Abfahrtshäfen im Vordergrund.

Auch Kreuzfahrten entlang der Westküste bis nach Mexiko und vereinzelt an der Ostküste (z.B. nach Bermudas) werden wieder möglich und sind jetzt ebenfalls für Europäer buchbar. Dasselbe gilt für die spezialisierten Küsten- und Flussfahrten. Die Alaska-Saison, die in diesem Sommer wegen Einschränkungen Kanadas ab Seattle statt ab Vancouver zur Durchführung kam, wird aber bis November zu Ende sein.

Rasch wachsendes Karibik-Angebot

Aufatmen werden auch die europäischen Reedereien, die winterliche Karibik-Routen geplant hatten und lange befürchten mussten, in Europa wegen der US-Restriktionen Buchungen stornieren zu müssen. So hat zum Beispiel MSC Cruises diesen Winter drei Schiffe ab Miami und neu auch ab Port Canaveral in die Karibik vorgesehen, die nun definitiv auch in den hiesigen Märkten buchbar sind. Man kann davon ausgehen, dass nun noch weitere europäische Reedereien die Karibik bestätigen oder neu auflegen werden.

Das Karibik-Angebot nimmt somit rasch wieder dieselben Konturen an, die man vor Corona kannte: Einerseits drei-bis viertägige Kurz-Kreuzfahrten insbesondere nach den Bahamas, vor allem aber siebentägige Turnus-Fahrten entweder in die östliche Karibik mit den kleinen Antillen oder in die westliche Karibik mit Mexiko, beide Routings oft in Kombination mit einer Privatinsel. Oder längere Fahrten bis zu den niederländischen Antillen, der südamerikanischen Küste (Cartagena/Kolumbien) oder zur Einfahrt des Panamakanals und natürlich einzelne Routen.

Da auf amerikanischen Schiffen weitgehend Impfpflicht herrscht und sich wegen der geforderten Einreisevorschrift ebenfalls auf den europäischen Schiffen nur geimpfte Europäer tummeln werden, dürften an vielen angelaufenen Destinationen individuelle Landgänge möglich sein. Doch dies richtet sich letztlich nach der aktuellen Situation in den einzelnen Inselstaaten.

Auch die bekannten und bewährten Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln an Bord werden noch einige Zeit auch in der Karibik das Cruise-Erlebnis prägen. Doch dies dürfte durchaus tragbar sein wenn man dafür endlich wieder Mal an Bord eines feinen Cruiseliners durch die karibische See schippern kann.


Hier weitere, noch nicht gesondert gemeldete aktuelle News aus der weiten Welt der Schiffsreisen:

  • Die neue Wonder of the Seas ©RCI

    RCI bringt neusten Gigaliner nach Europa. Die Wonder of the Seas, die neuste Einheit der spektakulären Oasis-Klasse (227’625 BRZ, 5448 Pax), wird am 4. März 2022 erstmals ab Ft. Lauderdale in die Karibik in See stechen, bevor der Gigant der Meere mit einwöchigen Abfahrten ab Barcelona und Rom den Sommer im Mittelmeer verbringen wird. Das Schiff wird sich wie ihre Vorgängerinnen mit verschiedenen grossräumigen «Neighborhoods» auszeichnen sowie über neue Features wie einen neuen Suite-Class-Bereich, eine als Ausleger gestaltete Pool-Bar oder einen interaktiven Freiluft-Spielbereich für Kids verfügen. Die Fahrten der Wonder of the Seas sind bereits buchbar.

  • Die neue Norwegian Prima ©NCL

    NCL setzt neue Entertainment-Highlights. Die neue Norwegian Prima, der für Sommer 2022 terminierte erste von sechs geplanten Neubauten einer neuen Prima-Klasse (142’000 BRZ, 3215 Pax) für Norwegian Cruise Line, wird mit einigen ganz speziellen neuen Entertainment-Innovationen aufwarten: So kommt an Bord die gefeierte Broadway-Show «Das Donna Summer Musical» zur Aufführung, das dreistöckige Theater lässt sich in einen mondänen Nachtclub im Las-Vegas-Stil verwandeln und eine kitzlige Freefall-Rutsche wird für Action sorgen. Mehr Spektakel werden zudem Real-Life-Gameshows oder eine über drei Etagen angelegte Kartbahn bieten.

  • Regent-Suite der Seven Seas Grandeur ©RSSC

    Regent-Suite für USD 11’000 pro Nacht. Die 413 Quadratmeter grosse und für sechs Personen ausgelegte Regent Suite auf der neuen Seven Seas Grandeur von Regent Seven Seas Cruises, die im November 2023 ausgeliefert wird, kostet pro Nacht USD 11’000. Dafür wird einiges geboten, wie erste Renderings zeigen: So zum Beispiel ein neu gestaltetes Hauptschlafzimmer, ein eigener Spa-Bereich, eine 114 qm grosse und umlaufende Veranda voraus, die exklusive Nutzung eines privaten Speisesaals oder ein privates Auto mit Chauffeur für Landgänge.

    Die internationale Luxus-Reederei hat eben mit der Seven Seas Splendor in Grossbritannien wieder ihren Betrieb aufgenommen, am 15. Oktober folgt die Seven Seas Explorer ab Triest, am 18. Dezember die Seven Seas Mariner sowie am 6. Januar 2922 die Seven Seas Navigator ab Miami und am 15. Februar 2022 die Seven Seas Voyager ab Barcelona.

  • Die Celebrity Edge ©Celebrity Cruises

    Celebrity mit Flug-Specials und Reisebüro-Bonus. Für Kreuzfahrten ab Januar 2022 bis April 2023 bietet Celebrity Cruises Flüge ab Zürich und Genf zu europäischen Zielen zum Sonderpreis ab CHF 199 an, Transfers inklusive. Allerdings: Die Buchung muss bereits bis zum 22. November 2021 erfolgt sein. Auch für die Karibik-Ziele gelten attraktive Flug-Specials. Den Reisebüros winkt zudem bis 30. September 2021 zusätzlich zur üblichen Kommission ein Sofort-Bonus bis zu CHF 160 auf alle Kreuzfahrten, die im Jahr 2022 erfolgen. Die Reederei hat im weiteren informiert, dass in der Saison 2023/24 erstmals Kreuzfahrten mit der Celebrity Edge in ‚Down Under‘ aufgelegt werden.

  • Scenic bestätigt Antarktis-Saison. Am 7. Januar 2022 startet die Scenic Eclipse mit einer 13-tägigen Seereise ihre Antarktis-Saison ab Ushuaia (Argentinien). Die erste luxuriöse Megayacht von Scenic führt ein eigenes U-Boot für sechs Personen mit, das ungewöhnliche Einblicke in die antarktische Unterwasserwelt verspricht.
  • HAL legt letzte Neustart-Termine fest. Holland America Line hat mit der Noordam, der Oosterdam und der Westerdam die Restart-Termine für die letzten drei Schiffe bekannt gegeben: Die Noordam legt am 14. März 2022 in Japan los, die Oosterdam am 1. Mai 2022 im Mittelmeer und die Westerdam am 8. Mai 2022 in Alaska. Damit wird bis im späten Frühjahr bei HAL wieder die komplette Flotte im Einsatz sein.
  • Crystal stellt Weltreise 2024 vor. 105 Tage dauert die Weltreise der Crystal Serenity, die vom 5. Januar bis 20. April 2024 von Miami via Südsee, Australien, Südostasien, Sri Lanka und dem Suezkanal nach Rom führt und auch in einzelnen Abschnitten buchbar ist. Besucht werden 49 Häfen in 22 Ländern, in 14 Häfen sind Übernacht-Aufenthalte vorgesehen. Reservationen sind ab 1. Oktober möglich.
  • P&O und Princess verlängern Down-Under Pause. Wegen weiterhin herrschenden Ungewissheiten haben P&O Cruises Australia und Princess Cruises beschlossen, ihre Australien-Programme weiterhin bis 14. Januar 2022 (P&O), resp. 18. Januar 2022 (Princess) auszusetzen.
  • RCL Cruises baut Terminal in Ravenna. Mit dem neuen Fahrtverbot für grosse Schiffe durch Venedig müssen die Reedereien neue Alternativen entwickeln. Zur Wahl stehen das Provisorium in Maghera, der nahe gelegene Hafen von Malcone oder etwas weiter weg Triest. Die RCL Group hat nun beschlossen, nach Ravenna auszuweichen und lässt dort ein eigenes Terminal bauen, das 2024 in Betrieb gehen soll.
  • Oceania Cruise mit Rekord-Buchungen. Der Verkaufsstart der ersten Kreuzfahrten der neuen Vista hat Oceania Cruises am 15. September innerhalb von wenigen Stunden den besten Buchungstag in der Firmengeschichte beschert. Der Neubau wird im April 2013 in See stechen und hat in der Debut-Saison 18 Reisen mit Schwerpunkt Europa programmiert.
  • Costa setzt auf Espresso Made in Italy. Costa Crociere schloss mit dem Traditionsunternehmen Caffè Vergano, der ältesten Kaffeerösterei Italiens aus dem Piemont, eine strategische Partnerschaft ab. Der authentische italienische Espresso von Caffè Vergano kann bereits an Bord des Flaggschiffs Costa Smeralda genossen werden und wird künftig in den Bars aller Schiffe der Costa-Flotte serviert.
  • Aida eröffnet Lego-Store an Bord. Aida Cruises kooperiert neu mit dem dänischen Spielzeughersteller und hat auf der Aida Prima exklusiv den ersten Lego-Store an Bord eines Kreuzfahrtschiffes eröffnet. Noch bis 23. Oktober läuft die Aida Prima ab Kiel in die Ostsee aus, danach im Winter ab Hamburg nach westeuropäischen Metropolen.

(Beat Eichenberger)