Umwelt-Ranking: Aida und Costa top, Royal Caribbean flop

Die deutsche Umweltorganisation Nabu veröffentlichte ihr alljährliches Kreuzfahrt-Ranking.
©Aida Cruises

Die deutsche Umweltorganisation Nabu stellt den Reedereien jedes Jahr in einem Ranking ein Zeugnis aus. Bei der Vorstellung der diesjährigen Rangliste bewertete die Organisation 2019 erstmals nicht nur die Massnahmen zur Luftreinhaltung der Schiffen, sondern auch zum Umweltschutz. In diesem Jahr wurden 89 Schiffe bewertet. «Wobei wir nur Schiffe im Ranking haben, die nach dem Jahr 2000 gebaut wurden. Alle älteren Schiffe sind dreckig», sagte Nabu-Sprecher Sönke Diesener.

Aida Nova und Costa Smeralda auf dem Spitzenplatz

Den Spitzenplatz im neuen Ranking belegt dabei die deutsche Reederei Aida Cruises mit dem Neubau Aida Nova zusammen mit der Costa Smeralda der Reederei Costa, die im Oktober in Dienst gestellt wird. Da zwei Schiffe auf Platz 1 sind, gibt es in der Folge auch keinen Platz 2. Auf dem dritten Platz folgt die Reederei Hapag-Lloyd mit den Neubauten Hanseatic Nature und Hanseatic Inspiration und der Europa 2. Die Schiffe haben sehr komplexe Abgasreinigungsysteme. Danach folgt auf Platz 6 wieder die Reederei Aida Cruises mit den Schwesterschiffen Aida Prima und Aida Perla sowie die Hurtigruten mit der Roald Amundsen und Ponant, die bereits heute komplett auf Schweröl verzichten. Die Schiffe von Tui Cruises rutschten erstmals auf den Platz 13 ab, da sie überwiegend mit Schweröl betrieben werden. Schlusslichter auf Platz 32 sind die Schiffe des norwegischen Luxus-Anbieters Viking Cruises sowie die neue Seabourn Ovation und der Neubau Spirit of Discovery von der Meyer Werft. Auch die amerikanischen Reedereien Royal Caribbean und NCL landeten im Schlussfeld.

Nabu fordert Landstrompflicht in allen europäischen Häfen

Ausserdem sei die Landstrompflicht in allen europäischen Häfen überfällig. Auch beim Thema Antrieb bedürfe es einer Wende, heisst es im Bericht Um diese zu erreichen, müssten die gesetzlichen Bestimmungen verschärft werden. Die Steuerbefreiung mariner Kraftstoffe müsse dringend beendet, die Anforderungen an Energieeffizienz der Schiffe angehoben werden. Nur so könne die Entwicklung und der flächendeckende Einsatz emissionsfreier Technologien auch in der Schifffahrt befördert werden. Der Kreuzfahrtverband CLIA meldete sich zum Thema Landstrom umgehend zu Wort: Es sei schwer nachvollziehbar, dass in diesem Ranking ein Parameter bewertet werde, der in der Praxis nicht erfüllt werden könne. Derzeit gäbe es in Europa mit dem Hamburger Hafen und dem Hafen von Kristiansand (Norwegen) lediglich zwei Häfen, die entsprechend mit Landstromanlagen für Kreuzfahrtschiffe ausgerüstet sind. Aus welchen Quellen dieser Strom komme, liege ausserhalb des Einflussbereichs der Kreuzfahrtindustrie. Clia unterstütze die kontinuierliche Entwicklung einer kosteneffizienten Infrastruktur für sauberen Landstrom in Häfen, die von Kreuzfahrtschiffen angelaufen würden. (TI)

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