Dafür steht ‘Complete’ von SAP Concur und Amex GBT

Das Management von SAP Concur gibt Auskunft zur neuen Reise- und Spesenlösung Complete.
©SAP Concur

Während der GBTA/VDR Konferenz in Hamburg konnte TRAVEL INSIDE / Business Traveltip ein Interview mit Charlie Sultan, President Concur Travel bei SAP Concur und Paul Dear, Regional Vice President Supplier Services EMEA bei SAP Concur führen

Die beiden waren dankbar, auf der Veranstaltung die neue Zusammenarbeit zu präsentieren und zeigten sich begeistert von der positiven Grundstimmung in Hamburg.


Kurz erklärt: Wofür steht ‘Complete’? Und was ändert sich für Kunden – für Reisende, Travel Manager und Finanzteams?

President Concur Travel bei SAP Concur ©SAP Concur

Charlie Sultan: Complete ist die neue, durchgängig integrierte Reise‑ und Spesenlösung von SAP Concur und Amex GBT, die Buchung, Bezahlen, Belege und Abrechnung in einem Fluss verbindet. Für Reisende bedeutet das eine App, konsistente Suche und weniger Reibung. Für Travel Manager gibt es einheitliche Richtliniensteuerung und End‑to‑End‑Reporting in nahezu Echtzeit. Finance profitiert von saubereren Daten, schnelleren Abschlüssen und besserer Compliance.

Was war der Auslöser für die Zusammenarbeit? Im Markt passiert viel (Direct Travel/Spotnana/ATPI, Navan, Reed & Mackay, Übernahme von Yokoy durch TravelPerk/’Perk’). Hatte das Einfluss? Und warum ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt?

Regional Vice President Supplier Services EMEA bei SAP Concur, ©SAP Concur

Paul Dear: Auslöser war die klare Kundennachfrage nach weniger Komplexität und einer einheitlichen Nutzererfahrung über Reise und Expense. Die Marktbewegungen haben den Handlungsdruck sichtbar gemacht, aber der Impuls kam aus Kundengesprächen und unseren eigenen Plänen. Amex GBT hat sich bereit erklärt, den Weg der intensiven, vertieften Zusammenarbeit mit uns zu gehen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weil Roadmaps, Teams und Schnittstellen ausgerichtet sind, um schnell zu liefern. In einem Satz: Wir lösen zuerst die Fragmentierung zwischen Buchung und Abrechnung – mit einem nahtlosen, policy‑konformen Flow.

Was wird in den nächsten Wochen tatsächlich live (neues Design, eine App für Travel & Expense)?

Charlie Sultan: In den nächsten Wochen rollen wir ein neues, konsistentes Design und eine einheitliche App‑Erfahrung für Reise und Spesen aus. Profile, Richtlinien und Inhalte werden harmonisiert, SSO vereinfacht den Zugang, und Trips fliessen automatisch und korrekt in die Abrechnung. Reisende erhalten proaktive Hinweise und Self‑Service‑Funktionen, die früher verteilt waren. Der Rollout erfolgt stufenweise, ohne den Betrieb zu stören. Erste Kunden sind bereits live auf der neuen Umgebung und unterstützen uns im Pilotbetrieb.

Was bedeutet die Allianz für Kunden, die nicht mit Amex GBT arbeiten – haben sie Nachteile? Und wann ist Neo/Egencia die bessere Wahl als Complete?

Paul Dear: Die Allianz bedeutet Wahlfreiheit: Kunden können Concur weiterhin mit anderen TMCs nutzen – es gibt keinen Lock‑in zu Amex GBT. Für mittelständische Unternehmen, die bereits Egencia nutzen, besteht ab 2026 auch die Möglichkeit, Egencia mit Concur Expense zu integrieren. Complete spielt seine Stärken aus, wenn Unternehmen eine einheitliche T&E‑Experience, globale Inhalte und gemeinsame Serviceprozesse aus einer Hand wünschen. Datenportabilität und offene Schnittstellen bleiben in jedem Fall gewährleistet.

Werden Spesen‑Daten ohne Zustimmung mit Amex GBT geteilt? Wo liegen die Daten in der Regel (EU), und wie sagt ein Kunde ‘Nein, danke’?

Charlie Sultan: Ich finde es grossartig, dass Kunden Fragen zu Daten und Datenschutz stellen und wissen möchten, wie ihre Daten behandelt werden, denn ich wage zu behaupten, dass wir im Vergleich zu den meisten Start-ups oder neuen Marktteilnehmern ein Vielfaches für den Datenschutz ausgeben. Wir halten uns an die strengsten EU-Datenschutzstandards.

Paul Dear: Spesendaten werden nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden mit Amex GBT geteilt; es gibt ein klares Opt‑in mit granularen Berechtigungen. EU‑Kunden können ihre Daten typischerweise in EU‑Rechenzentren hosten, mit DSGVO‑konformen Verträgen und Kontrollen.

Ein ‘Nein, danke’ ist jederzeit möglich – administrativ in den Einstellungen und vertraglich, ohne Funktionen ausserhalb des Opt‑ins einzuschränken. Transparenz, Audit‑Logs und Rollenrechte machen diese Entscheidungen jederzeit nachvollziehbar.

Warum geht es diesmal schneller als bei den bisherigen Entwicklungszyklen bei SAP Concur?

Paul Dear: Wir arbeiten nach dem Prinzip ‘one team, one plan’: gemeinsamer Backlog, geteilte KPIs und co‑investierte Teams beschleunigen Entscheidungen. Technisch reduzieren wir Übergaben und Schnittstellen, modernisieren Kernkomponenten und releasen in kleineren, planbaren Inkrementen. Wir entwickeln nicht mehr gleichzeitig für mehrere Hundert Reisebüros und verschiedene GDSs sondern für einen Partner und ein überschaubares technisches Setup. Für Kunden heisst das, regelmässige, klare Roadmaps mit verbindlichen Meilensteinen und frühere Pilotzugänge.

Die grossen Veränderungen mit KI stehen erst noch an: Welchen Einfluss wird generative KI auf die Prozesse in Concur haben?

Charlie Sultan: Generative KI wird zum Assistenten entlang des gesamten T&E‑Prozesses: vom dialogbasierten Suchen und Buchen bis zur automatischen, erklärbaren Belegklassifizierung. Sie gibt Richtlinienhinweise in natürlicher Sprache, erkennt Anomalien für Audit und Compliance und schlägt nachhaltigere Alternativen vor.

Paul Dear: Joule ist der generative KI-Copilot von SAP und auch in Concur als Assistent integriert. Gemeinsam mit Joule-Agenten beantwortet er Fragen, schlägt richtlinienkonforme Reiseoptionen vor, extrahiert Belegdaten und befüllt Spesen automatisch – mit nachvollziehbaren Begründungen. Unternehmen steuern den Einsatz über klare Admin‑Guardrails und Opt‑ins, sodass Joule nur auf freigegebene Daten zugreift und interne Richtlinien einhält.

Lassen Sie uns über die Ergebnisse aus der letzten grossen Concur‑Umfrage sprechen: Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse für DACH?

Paul Dear: Die Studie zeigt: Unternehmen wollen Kostenkontrolle und Compliance stärken, ohne die Reiseerfahrung zu verschlechtern; Flexibilität und Sicherheit bleiben Top‑Themen. Nachhaltigkeit gewinnt weiter an Gewicht, besonders bei der Routen‑ und Lieferantenauswahl. Im DACH‑Markt sehen wir überdurchschnittliche Nachfrage nach Bahn‑Integration, CO²‑Transparenz, strikteren Richtlinien sowie nach lokalisierter Mehrwertsteuer‑ und Beleglogik.

Für wen lohnt sich ein Pilot in DACH? Was passiert in den ersten 30 Tagen – und woran messen wir nach drei Monaten den Erfolg?

Charlie Sultan: Zuerst migrieren wir Kunden, die bereits Concur Travel und Expense nutzen und klare Pilotanforderungen haben – darunter vor allem international tätige Unternehmen. Ein guter Pilotkandidat hat komplexe Richtlinien, Bedarf an EU‑Hosting und den Willen, Standardprozesse zu übernehmen. In den ersten 30 Tagen klären wir Ziele, richten SSO und Profile ein, aktivieren Inhalte, schulen Key User und begleiten erste Live‑Buchungen. Im Anschluss messen wir Adoption, mobile Nutzung, ‘First‑time‑right’‑Quoten, Durchlaufzeiten bei Spesen, Policy‑Compliance und Nutzer‑NPS.

Adrian Matt, Hamburg

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