Das Premium Class-Paradox

Europas hochpreisige Passagiere verändern die Wirtschaftlichkeit der Fluggesellschaften.
Ein Business Class Seat im neuen Swiss Senses Design. ©Swiss

Jahrzehntelang drehte sich die Wirtschaftlichkeit im Premium-Flugverkehr um einen einzigen Kunden: den Geschäftsreisenden. Die Fluggesellschaften richteten ihre Kabinen, Treueprogramme und Streckennetze auf Passagiere aus, die auf Firmenkosten reisten, während Freizeitreisende grösstenteils die hinteren Bereiche des Flugzeugs belegten.

Diese Unterscheidung verschwimmt zunehmend

Vor allem in Europa verändert eine neue Generation von freizeitreisenden Grossausgebern die Wirtschaftlichkeit des Premium-Reisemarktes. Die Premium Economy wächst weiterhin rasant, die Nachfrage in der Business Class bleibt auf Strecken mit hohem Freizeitanteil stabil, und Fluggesellschaften investieren massiv in Produkte, die nicht für vielreisende Geschäftsleute, sondern für Reisende konzipiert sind, die ihr eigenes Geld ausgeben.

Dieser Wandel ist überall sichtbar – vom Tourismusboom im Mittelmeerraum über die zunehmende Premiumisierung von Billigfluggesellschaften bis hin zur Neugestaltung des Flughafenerlebnisses. Er stellt zudem lang gehegte Annahmen über Ertragsmanagement, Netzwerkplanung und Kundenbindung infrage.

Der Aufstieg des Premium-Freizeitreisemarktes könnte sich letztendlich als bedeutender erweisen als die Erholung des Geschäftsreisemarktes selbst.

Die Frage, vor der europäische Fluggesellschaften stehen, lautet nicht mehr, ob die Nachfrage im Premium-Freizeitreisemarkt real ist. Es geht vielmehr darum, ob sich ihre Organisationen, Produkte und Strategien schnell genug weiterentwickeln, um diese Nachfrage zu erschliessen. (Business Traveltip)

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