Der Globetrotter mit zu viel Handgepäck

André Lüthi prominent in der ‘Bilanz’ zu seinem Verhältnis zu Geld.
André Lüthi ©zVg

In einem sogenannten ‘Geldgespräch’ mit dem Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz offenbart sich der branchenbekannte Globetrotter-Chef und SRV-Vorstandsmitglied André Lüthi zum Thema Geld – und seinem Bezug dazu.

Lüthi verrät seine frühen prägenden Erfahrungen mit Geld, Konsum und Reisen. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, habe er sein erstes Geld als Zehnjähriger mit der Kaninchenzucht auf dem Berner Markt verdient. Fünf Franken pro Tag und drei Franken pro Tier.

Seine erste grössere Anschaffung mit dem Erlös aus seiner Kaninchenzucht sei 1972 ein Kassettengerät gewesen – finanziert aus eigener Sparsamkeit. Damit hörte er seine Helden Uriah Heep, die Beatles und die Rolling Stones.

Teuerster Kaffee und billigstes One‑Way‑Ticket

Heute investiert Lüthi am liebsten in Reisen, wie er sagt: von Zelt-Nächten im Himalaya bis zu Erholungsphasen in Fünfsternehotels. Weniger gern gibt er Geld für Anwälte oder überteuerten Kaffee an der Zürcher Bahnhofstrasse aus.

Eine seiner wenigen «Unvernünftigkeiten» bleibe Handgepäck – schöne Taschen oder Rucksäcke, denen er kaum widerstehen könne – und die er dann aber regelmässig an ein Kinderheim in Nepal weitergibt.

Geld ist laut Lüthi kein Antrieb für ihn, sondern ein Mittel zum Leben. Zu viel davon hält er für gefährlich, weil es Gier fördere. Seine Karriere begann er ohne finanziellen Ehrgeiz: Nach einer Bäcker Lehre sparte er zwei Jahre für seine erste USA‑Reise: Per Autostopp von Bern-Wankdorf bis London, und von dort mittels billigstem One-Way-Ticket ‘über den Teich.

1987 startete er bei Globetrotter als Reiseberater – der Rest, sagt er, habe sich «karmisch» ergeben. Heute führt Lüthi als CEO, VR‑Präsident und Mitinhaber die Globetrotter Group. Sein Rat an Führungskräfte: «Manager sollten verreisen.» (TI)