Amsterdam zeigt Rotlicht-Milieu-Touristen die rote Karte

Ein Verbot von Führungen durchs Amüsierquartier soll den Overtourism ab kommendem April einschränken.

Amsterdam verbietet Führungen durch sein bekanntes Rotlichtviertel De Wallen, dem ältesten Stadtteil, wo seit Jahrhunderten Prostituierte in rot erleuchteten Fenstern sitzend ihre Dienste anbieten. Das Viertel sei zu sehr von Touristen überlaufen, begründete die Stadt das Verbot. Durch die grosse Zahl von Touristen sind die schmalen Gassen vor allem nachts und an Wochenenden überfüllt. Ein totales Verbot soll vom 1. Januar 2020 an gelten. Schon ab 1. April dieses Jahres werden zunächst Führungen nach 19 Uhr untersagt.

Führungen entlang der Fenster der Sex-Arbeiterinnen seien nicht respektvoll, sagte der stellvertretende Bürgermeister Udo Kock. «Es ist nicht mehr zeitgemäss, Sex-Arbeiter als Touristenattraktion zu behandeln.» Bewohner des Viertels und Unternehmer hatten über die Belästigungen geklagt. Mehr als 80% der Mitarbeiter von Sex-Unternehmen hatten in einer Umfrage der Stadt von negativen Folgen gesprochen. Jede Woche werden rund 1000 Gruppen durchs Viertel geführt. (TI)

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