Deutschland-Boom hält ungebrochen an

Erneutes Rekordjahr für den deutschen Tourismus: plus 4,5 Prozent bei den internationalen Übernachtungen, plus 3,8 Prozent bei den Schweizern.
Leuchtturm im Wattenmeer, Foto DZT/LKN-SH

Zum neunten Mal in Folge kann das Statistische Bundesamt Deutschlands einen Rekord im Incoming-Tourismus vermelden. Von Januar bis Dezember 2018 wurden 87,7 Mio. Übernachtungen von Ausländern in Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten registriert. Das entspricht einem Zuwachs von 3,8 Mio. internationalen Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr und einem Plus von 4,5%.

Schweiz bleibt zweitwichtigster Quellmarkt

Der Schweizer Markt trug ebenfalls zum Rekordergebnis bei und «kratzte 2018 an der 7 Mio. Übernachtungsmarke», wie Harald Henning, Leiter der Auslandsvertretung Schweiz der Deutschen Zentrale für Tourismus, erfreut meldet. Insgesamt verzeichneten die Schweizer Gäste 6,9 Mio. Übernachtungen in Deutschland. Das entspricht einem Plus von 3,8% gegenüber dem Vorjahr und ist damit ebenfalls ein neuer Rekord für den Deutschlandtourismus. Damit bleibt die Schweiz zweitwichtigster Quellmarkt, nach den Niederlanden mit +1,6% auf 11,4 Mio. Übernachtungen und vor den USA (+7,1% auf 6,7 Mio. Übernachtungen). Es bedeutet aber auch, dass die USA der Schweiz immer näher rückt.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), erklärt dazu: «Drei bemerkenswerte Entwicklungen kennzeichnen die Bilanz 2018: Zum einen wächst der deutsche Incoming Tourismus 2018 mit plus 4,5% noch dynamischer als in den beiden Vorjahren (+1,4 und +3,6%). Dazu tragen u.a. die Vielfalt und die Top-Qualität des touristischen Angebots sowie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bei. Zum zweiten kann das Reiseland Deutschland seine Position als europäisches Urlaubsziel weiter ausbauen. Dieses Segment wächst mit +6% deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Und schliesslich ist es uns gelungen, gemeinsam mit unseren Partnern im Deutschlandtourismus unser weltweites Marketing konsequent auf die aktuellen Herausforderungen der digitalen Transformation auszurichten. Damit können wir noch effizienter und individueller Kundenbedürfnisse analysieren und mit unseren touristischen Partnern passende Angebote ausspielen.»

Wichtigstes Geschäftsreiseziel der Europäer

Im europäischen Wettbewerb baut das Reiseland Deutschland nach vorläufigen
Ergebnissen der Auswertung des World Travel Monitor seinen zweiten Platz als Zielmarkt der Europäer weiter aus. Während Erstplatzierter Spanien mit 66,6 Mio. Reisen nur knapp das Vorjahresergebnis halten kann, steigt die Zahl der Reisen aus Europa nach Deutschland um 5,0% auf 59,3 Mio. Drittplatzierter ist Frankreich mit 44,6 Mio. Reisen. Deutschland bleibt mit 13,1 Mio. Geschäftsreisen mit grossem Abstand das wichtigste Geschäftsreiseziel der Europäer. Das leichte Wachstum (+1,0%) wird von Konferenzen und Kongressen getragen (+4,0%), während der Markt der traditionellen Geschäftsreisen und der Messen/Ausstellungen um 2% unter den Vorjahreswerten liegt. (TI)

 

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