Die Insel der Götter wehrt sich gegen Trump Tower

Auf Bali soll ein Hotelturm entstehen – doch ein Gesetz verbietet Bauten, die höher als 15 Meter sind.
Tanah Lot auf Bali.

Die Firma Trump Tower möchte das bereits bestehende Nirwana Resort auf Bali, das zurzeit mit luxuriösen Bungalows seine Gäste empfängt, mit einem Trump Tower anreichern – ein «fantastisches, einzigartiges» Projekt, sagt der US-Präsident Donald Trump. Laut der deutschen «Taz» will er zusammen mit seinem indonesischen Partner Hary Tanoesoedibjo eine Sechs-Sterne-Hotelanlage bauen, mit exklusivem Country Club und Weltklasse-Golfplatz. Insgesamt soll die Anlage 100 Hektar umfassen. Vom Hotelturm aus, wirbt die Trump-Firma auf ihrer Website, werde man einen «wunderbaren Ausblick» auf den Indischen Ozean und auf Tanah Lot haben, «die populärste Touristenattraktion und kulturelle Ikone auf Bali».

Doch die Balinesen wehren sich gegen den Bau, der USD 400 Mio. kosten soll. Sollte der Turm gebaut werden, «werden wir kommen und ihn abreissen» wird Ida Bagus Wiatmaja, Chef der lokalen Planungsbehörden, in den lokalen Medien zitiert. Unterstützt wird er vom sogenannten Palmengesetz, welches besagt, dass kein Gebäude auf der Insel höher sein darf als 15 Meter. Ausserdem hat Trump mit einem Verbot für Einreisende aus mehreren mehrheitlich islamischen Ländern die grossmehrheitlich muslimischen Indonesier verärgert. Alle wichtigen Entscheidungsträger in der indonesischen Politik sind Muslime. 

Die Turmanlage auf Bali ist nicht das einzige Projekt, bei dem Trump und Tanoe zusammenarbeiten. Auf der Nachbarinsel Java, südlich der Hauptstadt Jakarta, planen Trump International und MNC die Errichtung einer 3000 Hektar grossen Hotel-, Vergnügungs- und Wohnanlage, inklusive Formel-1-Rennbahn. Auch gegen dieses futuristische «Megaresort», wie die Partner das Projekt in der Nähe der Stadt Bogor nennen, gibt es Widerstand. (NDR)

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