Eskalation der Proteste in Chile: Was heisst das für die Veranstalter?

Ausflüge wurden teilweise aus Sicherheitsgründen abgesagt. Kostenlos umbuchen kann man indes nicht.
Screenshot Youtube

Eine geplante Erhöhung der U-Bahn-Ticketpreise um wenige Rappen hat in Chile gewaltsame Unruhen und Plünderungen mit bisher zehn Toten ausgelöst. Dabei gilt das Land als absolut stabil und als Musterbeispiel für eine wirtschaftlich florierende Demokratie. Präsident Sebastián Piñera hatte wegen der eskalierten Proteste den Ausnahmezustand verhängt und sprach am Sonntag gar von «Krieg». Da stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dies auf den Tourismus hat.

Santiago de Chile, Valparaiso und Concepción sind betroffen

Denn Chile ist auch für Schweizer Veranstalter durchaus keine unwichtige Destination: «Bei Travelhouse sind Reisen nach Chile sehr gefragt und werden oft in Kombination mit Argentinien gebucht. Vor allem der direkte Flug der Edelweiss nach Buenos Aires ist ein Türöffner auch für Reisen nach Chile», so Beatrice Honegger, Product Manager Latin America Travelhouse. Chile sei touristisch relevant, da das Land grundsätzlich stabil sei und immer mehr Schweizer anziehe, bestätigt auch Gaby Stauffer, General Manager Dorado Latin Tours.

Aktuell seien 30 Kunden von Dorado vor Ort. «Es ist aber wichtig zu wissen, dass die Unruhen nicht das ganze Land betreffen, sondern ausschliesslich die Hauptstadt Santiago de Chile, Valparaiso und Concepción», so Stauffer. Die restlichen Regionen seien nicht betroffen. Vereinzelt würden sich Kunden melden, um an weitere Informationen zu gelangen. «Anfragen für Umbuchungen oder Annullationen haben wir stand heute (21.10.19/12.00 Uhr) keine erhalten.»

«Ausflüge als Sicherheitsmassnahme abgesagt»

Bei TUI Suisse sind zurzeit einzelne Reisende in Chile unterwegs. «Unsere Reiseleiter haben die Kunden vor Ort über die aktuelle Situation informiert und die Ausflüge als Sicherheitsmassnahme abgesagt. Von Kunden die noch abreisen werden, haben wir nichts gehört», erläutert Communications & Marketing Manager Bianca Schmidt. Aktuell habe TUI Suisse keine Anfragen für Annullationen oder Umbuchungen. «Wir würden das je nach Situation sehr kulant prüfen», stellt Schmidt in Aussicht.

Auch bei Hotelplan Suisse können die Kunden nicht kostenlos umbuchen: «Als Reiseveranstalter halten wir uns an die Angaben des EDA», sagt Beatrice Honegger, Product Manager Latin America Travelhouse. Solange das EDA nicht von Reisen nach Chile abrate, würden weiterhin die normalen Umbuchungs- und Annullationsbedingungen gelten. «Wir stehen mit unserer Agentur sowie Kunden vor Ort in Kontakt und evaluieren die Situation laufend.» (ES)

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