Saudi Arabien plant Luxusresorts auf 50 Inseln im Roten Meer

Das Megaprojekt ist Teil der «Vision 2030», um alternative Einnahmequellen zum Erdöl zu erschliessen.
Rotes Meer
ZVG

Saudi Arabien plant ein Megaprojekt für eine Million Touristen pro Jahr. Das Königreich will im angrenzenden Roten Meer eine Fläche von 34’000 Quadratkilometer erschliessen; eine Fläche, die in etwa Belgien entspricht. Auf 50 bisher unbewohnten Inseln, die auf der Höhe von Marsa Alam in Äpgypten liegen, sollen Luxusresorts entstehen – und selbst ein neuer Flughafen ist geplant. Der Spatenstich für das «Red Sea Project» soll bereits 2019 erfolgen und die Fertigstellung ist für 2022 geplant.

Die rund 18 Millionen Touristen, die bisher pro Jahr in das erzkonservative Land reisten, waren primär Pilger auf dem Weg nach Mekka und Medina, den heiligen Stätten des Islams. Dass sich Saudi Arabien nun für den internationalen Tourismus öffnen will, erstaunt nur auf den ersten Blick. Zwar ist überall in dem muslimischen Land der Ausschank und Genuss von Alkohol verboten, die Vollverschleierung der Frauen Alltag und die drakonischen Strafen der angewandten Scharia Tatsache – doch Saudi Arabien braucht neue Einnahmequellen. So ist der Plan der Erschliessung des Roten Meeres Teil der «Vision 2030» – ein Entwurf, um Alternativen zur Abhängigkeit vom Erdöl zu schaffen. Saudi Arabien ist der grösste Erdöl-Lieferant der Welt.

Ausnahme-Regeln für den Tourismus
Zwar besitzt das Königreich viele interessante archäologische Stätten, wunderschöne Strände, eine gute Infrastruktur und Tauchspots, die mit jenen von Ägypten vergleichbar sind – doch die muslimische Gesetzgebung entspricht nicht wirklich den Vorstellungen westlicher Touristen von entspannten Ferien. Bisher stellte Saudi Arabien auch keine reinen Touristen-Visa aus. Dies soll sich – zumindest für die geplanten Resorts im Roten Meer – nun ändern: Die Regierung sprach von «nicht zwingend der üblichen Gesetzgebung entsprechenden» Vorschriften auf den Touristeninseln. Also ähnlich wie auf den Malediven, wo ebenfalls für die touristischen Inseln lockerere Gesetze gelten als anderswo. Ob Frauen in den geplanten Resorts in Saudi Arabien im Bikini baden dürfen, Kinofilme geschaut werden können und Alkohol erlaubt wäre, ist jedoch nicht bekannt.

Umweltschützer kritisieren die Pläne Saudi Arabiens scharf: Sie warnen vor den massiven Eingriffen in das einzigartige Ökosystem des Roten Meeres. Die Folgen einer solchen Intervention seien nicht absehbar. (ES)

Das Promo-Video zum «Red Sea Project»: 

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