US-Haushaltsstreit belastet Tourismus

Da in den USA Teile der Bundesverwaltung stillgelegt wurden, steht der Betrieb vieler touristischer Hotspots vor Problemen.
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Seit rund zwei Wochen versuchen Republikaner und Demokraten in den USA im Haushaltsstreit eine Einigung zu finden – bisher erfolglos. Da die demokratische Partei die von Präsident Trump geforderten USD 5,6 Mia. zur Finanzierung des Grenzwalls zu Mexiko ablehnt, wurden Teile der Bundesverwaltung stillgelegt («Shutdown»): Viele Staatsbedienstete dürfen im Moment nicht arbeiten und erhalten auch keinen Lohn. Zuletzt hatten die US-Fluglotsen vor den Auswirkungen des Shutdown gewarnt.

Tourismus leidet

Dies wirkt sich negativ auf den Tourismus im Land aus, wie am Beispiel der Nationalparks sichtbar wird: Zwar sind die Parks geöffnet, jedoch können dort derzeit viele Dienste nicht mehr aufrecht erhalten werden, da die Mitarbeiter des National Park Service (NPS) in den Zwangsurlaub geschickt wurden: Von den 24’681 NPS-Beschäftigten, welche an 418 Standorten arbeiten, sind 21’383 in den Zwangsurlaub versetzt worden, die restlichen sind für die Aufrechterhaltung der Sicherheit zuständig.

Müllberge türmen sich

Konkret werden Webseiten nicht mehr aktualisiert, Visitor Centers bleiben geschlossen, der Schnee wird nicht geräumt und sanitäre Anlagen sind teilweise nur begrenzt verfügbar. Ein weiteres Problem ist, dass der Müll nicht entsorgt wird und sich ansammelt. Teilweise springen private Unternehmen in die Bresche. Unter anderem ist beispielsweise der Yosemite Nationalpark vom Müllproblem betroffen. Vergangenen Dienstag verkündete auch der Joshua Tree National Park, den Betrieb vorläufig einzustellen. Die Touristen wurden zum Verlassen aufgefordert.

Grösster Museumskomplex der Welt geschlossen

Auch Museen sind betroffen: In Washington D.C. wurden unter anderem alle Einrichtungen der bedeutenden US-amerikanischen Forschungs- und Bildungseinrichtung der Smithsonian Institution (mit 19 Museen und Galerien sowie dem Nationalzoo der grösste Museumskomplex der Welt) vorläufig geschlossen.

New York hält Betrieb aufrecht

Einige Staaten setzen sich trotz allem für den weiteren Betrieb ihrer Parks und Denkmäler ein: Der Staat New York zum Beispiel gibt täglich rund 65’000 Dollar für den Betrieb der Freiheitsstatue und von Ellis Island aus, Arizona hält den Grand Canyon offen und Utah hat die Besucherzentren in Arches, Bryce Canyon und im Zion Nationalpark offen gehalten. (TI)

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