Vandalismus im Joshua-Tree-Nationalpark

Infolge des Shutdowns in den USA gibt es in den Nationalparks derzeit kein Aufsichtspersonal – weshalb sich manche Besucher rücksichtslos verhalten.

Die Haushaltssperre in den USA hat Folgen: Schon Anfang des Jahres warnten Naturschützer davor, dass die Nationalparks des Landes aufgrund Personalmangels in Gefahr seien. Jetzt wird erstmals das Ausmass der Schäden in einem der bekanntesten Parks des Landes, dem Joshua-Tree-Nationalpark im Südosten Kaliforniens, bekannt. Dessen ehemaliger Leiter, Curt Sauer, erklärte auf einer Protestveranstaltung: «Was unserem Park in den vergangenen 34 Tagen angetan wurde, ist für zwei- oder dreihundert Jahre irreparabel.»

Offenbar war es der Mangel an Aufsichtspersonal, der viele Parkbesucher dazu verführte, sich besonders rücksichtslos zu verhalten. Sauer sagte, Besucher seien entgegen der Verbote abseits der Strassen und in die Wildnis gefahren, hätten wild gecampt, Feuer gemacht, Felsen bemalt – und Hunderte Jahre alte Josua-Palmlilien (Bild) gefällt, die dem Park seinen Namen leihen. Dies, so ergänzt der heutige Leiter des Parks, David Smith gegenüber dem Onlineportal SFGate, um neue Fahrwege anzulegen. Zusätzlich sei Staatseigentum zerstört, Ketten und Schlösser zu Campingplätzen demoliert worden. Smith sagte, er habe noch nie solches Ausmass an wildem Camping erlebt.

In einem empfindlichen Ökosystem wie der Wüste sind solche Eingriffe besonders schädlich: «Hier in der Wüste wächst alles sehr sehr langsam», sagte Smith. Selbst Fahrspuren stellen einen langfristigen Schaden dar. «Ist die Oberfläche einmal aufgebrochen, ist der Sand nicht mehr fruchtbar genug für Pflanzen und benötigt bis zu 200 Jahre, um sich zu erholen», sagte Smith. Die Ranger probieren nun, die Fahrspuren mit pflanzlichem Material abzudecken und damit die Bodenregeneration zu beschleunigen. Und Freiwillige sammeln Müll und reinigen die Park-Toiletten. (TI)