Die Business Traveller entspannen sich wieder

Die Babyboomer-Generation will sofort wieder los.

Reisen war in den akuten Phasen der Covid-19-Pandemit und weit darüber hinaus stressig, auch für Business Traveller. Damit ist es jetzt vorbei. Mit sinkenden Infektionsraten und gelockerten Reisebedingungen entspannen sich auch die Geschäftsreisenden wieder, wie eine Studie von SAP-Concur sagt.

Die gestiegene Sorge um die eigene Sicherheit habe dazu geführt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Reise selbst als stressigste Phase ihrer Geschäftsreisetätigkeit ansahen. Die Ergebnisse einer aktuellen SAP-Concur-Studie wiesen darauf hin, dass das Stressniveau vor, während und nach einer Geschäftsreise wieder auf das Niveau vor der Covid-19-Pandemie zurückkehrt.

31% der Geschäftsreisenden empfinden im Jahr 2021 die Reise selbst als die stressigste Phase, nur unwesentlich mehr als 2019, damals waren es 30%. Im Coronajahr 2020 dagegen fanden 41% der Business Traveller die Reise selbst als stressigsten Moment.

Erwartungen der Mitarbeiter steigen

Die Erwartungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schutz ihrer Gesundheit und die Sicherheit auf Reisen durch ihren Arbeitgeber bleiben jedoch bestehen. Die Massnahmen, die Unternehmen in den nächsten 12 Monaten ergreifen, entscheiden deshalb darüber, ob wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im hart umkämpften Arbeitsmarkt gewonnen und gehalten werden können.

Die Studie beruht auf einer Umfrage bei 3850 Geschäftsreisenden in 25 globalen Märkten und 700 Travel Managern in sieben globalen Märkten. 68% geben an, dass sie auf eine Rückkehr zur Reisetätigkeit drängen. Nur 32% haben das Gefühl, dass ihr Unternehmen sie dazu auffordert.

Boomer wollen unterwegs sein

Vor allem Babyboomer können kaum erwarten, dass es wieder losgeht: Hier setzen sich sogar 74 % bei ihren Arbeitgebern für berufliches Reisen ein. Das liegt unter anderem an der Befürchtung von Geschäftsreisenden, dass ihr berufliches und privates Leben (je 80%) darunter leiden wird, wenn sie ihre Geschäftsreisetätigkeit in diesem Jahr nicht erhöhen.

Beispielsweise befürchtet jeder Fünfte (18%) – darunter 29% der befragten Generation Z – den Job zu verlieren, wenn die Reisefrequenz nicht wieder zunimmt. Zu den persönlichen Gründen gehört etwa die Vorfreude darauf, sich schick zu machen und auszugehen (19%).

Flexibiliät ist wichtiger denn je

Besonders hohen Stellenwert hat neuerdings die Flexibilität, etwa bei der Wahl von Transportmitteln, Unterkünften und Reisedaten. Sie steht noch vor Anforderungen an Impfungen wie dem Wunsch, dass die Reisenden selbst oder berufliche Kontaktpersonen vollständig gegen Covid-19 geimpft sind (72 % vs. 62%).

Flexibilität stellt auch in der jüngeren Generation eine Top-Priorität dar: In den USA sagen sogar 59% der Geschäftsreisenden aus der Generation Z, dass sie lieber ein schreiendes Kleinkind auf dem Rücksitz hätten als keine Kontrolle darüber, wann und wohin sie beruflich reisen.

Mit der hohen Arbeitsbelastung und ungenutzten Urlaubstagen geht auch einher, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Beste aus ihren Geschäftsreisen machen wollen. Konkret bedeutet das, dass 89% in den nächsten 12 Monaten private Urlaubszeit an ihre Geschäftsreisen anhängen wollen.

Fürsorgepflicht wird immer wichtiger

Dennoch geben 42% der Geschäftsreisenden weltweit an, dass sie sich selbst am meisten für den Schutz ihrer Gesundheit und Sicherheit unterwegs verantwortlich fühlen, gefolgt von ihrem Arbeitgeber (22%). 89 % erwarten, dass dieser ihre Gesundheit und Sicherheit auf Geschäftsreisen schützt, indem sie ihre bevorzugte Unterkunft (46%) und Reiseart (43%) auswählen, Reisen direkt auf den Websites der Anbieter buchen (39%) und die Länge ihrer Reise selbst bestimmen können (39%).

Auffällig ist: Während die Mehrheit der Geschäftsreisenden der Generation Z (93%) und Millennials (92%) tatsächlich Veränderungen erwarten, tun dies nur 76% der Babyboomer. Im Zuge der Pandemie hinzugekommen ist die Erwartungshaltung, bevorzugt Direktflüge wählen (52%), in Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels übernachten (41%) und Premium-Sitzplätze wie First oder Business Class buchen zu können (39%).

Druck auf Travel Manager steigt

Nahezu einstimmig glauben Travel Manager weltweit, dass ihr Job in den nächsten 12 Monaten anspruchsvoller sein wird als im vergangenen Jahr (99%). Zu den Herausforderungen, mit denen sie sich konfrontiert sehen, gehören die Kommunikation und Sicherstellung der Einhaltung neuer und überarbeiteter Reiserichtlinien (60%), Änderungen oder Stornierungen von Buchungen in letzter Minute (53%) und Änderungen der gesetzlichen Bestimmungen (51%).

Alle befragten Travel Manager (100%) erwarten, dass ihr Unternehmen in den nächsten 12 Monaten neue Reiserichtlinien einführen wird. Allerdings entsprechen die erwarteten Änderungen nicht unbedingt den Anforderungen der Geschäftsreisenden.

Der starke Antrieb, die Geschäftsreisetätigkeit wieder hochzufahren und die hohe Bereitschaft, für Flexibilitätsanforderungen einzustehen, versetzt Geschäftsreisende weltweit in eine nie dagewesene Machtposition. Mit den richtigen Massnahmen können Unternehmen jedoch eine erfolgreiche Rückkehr zu Geschäftsreisen noch in diesem Jahr ermöglichen und so einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Geschäftsziele leisten. (TI)