Die EU plant einen schnelleren Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz

Die Europäische Kommission will den Fahrgästen deutlich kürzere Reisezeiten ermöglichen.
Zukünfte Reisezeiten ©EU Directorate-General for Mobility and Transport

Durch die Förderung schneller, komfortabler, sicherer und zuverlässiger Schienenverkehrsdienste unterstützt der Plan die beiden Ziele der EU, bis 2050 CO²-neutral zu werden und die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.

Aufbauend auf dem transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) sieht der Plan vor, die Dauer vieler beliebter Bahnreisen in Europa im Vergleich zu heute um die Hälfte zu verkürzen. So werden Reisende beispielsweise bis 2030 in vier statt sieben Stunden von Berlin nach Kopenhagen gelangen können. Bis 2035 werden Sofia und Athen nur noch sechs Stunden mit der Bahn voneinander entfernt sein, während neue grenzüberschreitende Verbindungen die baltischen Länder miteinander verbinden und es den Fahrgästen ermöglichen werden, von Paris über Madrid nach Lissabon zu reisen.

Der Plan zielt darauf ab, bis 2040 ein gut funktionierendes und schnelleres Hochgeschwindigkeitsbahnnetz zu schaffen, wobei die wichtigsten Massnahmen auf vier Säulen basieren.

Beschleunigung der Investitionen und Harmonisierung eines interoperablen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes

Beseitigung grenzüberschreitender Engpässe durch verbindliche Fristen, die bis 2027 festgelegt werden sollen, und Ermittlung von Möglichkeiten für höhere Geschwindigkeiten, einschliesslich deutlich über 250 km/h, sofern dies wirtschaftlich rentabel ist.

In den kommenden Monaten wird eine spezielle EU-Finanzierungsstrategie ausgearbeitet, die durch einen strategischen Dialog mit den Mitgliedstaaten, der Industrie und den Finanzakteuren unterstützt wird. Ziel ist es, die Finanzierungsquellen und privaten Investitionen besser zu koordinieren und das EU-Finanzierungsökosystem für Hochgeschwindigkeitsbahnprojekte zu stärken, um die Fertigstellung des TEN-V-Netzes bis 2040 sicherzustellen. Der strategische Dialog wird in einem Hochgeschwindigkeitsbahnabkommen gipfeln, einer multilateralen Verpflichtung zur Mobilisierung der notwendigen Investitionen für vorrangige Projekte.

Ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Rahmen für Schienenverkehrsdienste
  • Die Gesetzgebung wird die Entwicklung eines Gebrauchtmarktes für Schienenfahrzeuge unterstützen. Die Kommission wird 2027 Massnahmen vorschlagen, um die wettbewerbswidrige Verschrottung von funktionsfähigen und sicheren Schienenfahrzeugen zu verbieten und transparente Bedingungen für deren Weiterverkauf und Betrieb in allen Mitgliedstaaten zu schaffen.
  • Ein Vorschlag für 2026 zielt darauf ab, die grenzüberschreitenden Fahrkartensysteme und Buchungssysteme zu verbessern, damit Fahrgäste nahtlose grenzüberschreitende Reisen leichter planen und buchen können und bei der Nutzung mehrerer Betreiber einen besseren Zugang zum Schutz ihrer Fahrgastrechte haben.
  • Beseitigung von Markteintrittsbarrieren für neue Hochgeschwindigkeitsbetreiber. Eine bessere Koordinierung der Trassenkapazitäten, faire Trassenentgelte und ein diskriminierungsfreier Zugang zu Serviceeinrichtungen werden es neuen Unternehmen erleichtern, Hochgeschwindigkeitsverkehrsdienste anzubieten, wodurch der Wettbewerb gefördert und Hochgeschwindigkeitszüge erschwinglicher werden.
Förderung eines starken, innovativen und harmonisierten europäischen Eisenbahnsektors

Eine Ausschreibung im Rahmen des Forschungsprogramms ‘Europe’s Rail’ für 2026 wird die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen der nächsten Generation unterstützen. Damit werden Forschung und Innovation finanziert, um technische Hindernisse zu überwinden, die derzeit den nahtlosen Betrieb einzelner Hochgeschwindigkeitszüge in ganz Europa verhindern.

Die EU-Vorschriften werden 2026 überarbeitet, um die Zertifizierung von Triebfahrzeugführern zu vereinfachen und ihnen den grenzüberschreitenden Verkehr zu erleichtern.
Der europäische European Rail Traffic Management System-Einführungsplan 2026 wird durch eine harmonisierte Einführung des ERTMS für eine verbesserte Interoperabilität sorgen.

Stärkung der Governance auf EU-Ebene zur Koordinierung und Umsetzung der Vision
  • Um die Nutzung der Schieneninfrastrukturkapazitäten besser zu koordinieren, werden die Infrastrukturbetreiber befugt und gesetzlich verpflichtet sein, bei der Bereitstellung vorhersehbarer und attraktiver grenzüberschreitender Kapazitäten für Fernverkehrsdienste zusammenzuarbeiten, entsprechend dem Vorschlag für eine Verordnung über die Nutzung von Schieneninfrastrukturkapazitäten.
  • Hindernisse für die Einrichtung neuer Verbindungen zwischen wichtigen Städten werden in Rundtischgesprächen mit den Interessengruppen erörtert und angegangen, und die Fortschritte bei der Umsetzung der ermittelten Lösungen werden von den europäischen TEN-V-Koordinatoren überwacht.
  • Die Kommission wird einen Anzeiger einrichten, um die Fortschritte im Bereich des Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrs zu überwachen.
  • Das Mandat der Eisenbahnagentur der Europäischen Union wird ebenfalls 2026 überarbeitet, damit die Agentur redundante nationale Vorschriften beseitigen und Genehmigungen und Zertifizierungen effizienter erteilen kann und so die Umsetzung von Innovationen unterstützt.

Neben der Verkürzung der Fahrzeiten wird der Plan auch zur Entlastung des Verkehrs, zur Erhöhung der Kapazität auf konventionellen Strecken und zur Verbesserung des Angebots für Regional- und Nachtzüge beitragen. Ausserdem wird er die Sicherheit Europas stärken, indem er neben dem zivilen Güterverkehr auch den schnellen Transport von Truppen und militärischer Ausrüstung erleichtert.

Der Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas, erklärte: «Bei Hochgeschwindigkeitszügen geht es nicht nur darum, Reisezeiten zu verkürzen, sondern auch darum, die Europäer zu vereinen, unsere Wirtschaft zu stärken und im globalen Wettlauf um nachhaltigen Verkehr die Führung zu übernehmen. Mit dem heutigen Plan setzen wir unsere Ambitionen in die Tat um: Wir bauen Barrieren ab, mobilisieren Investitionen für moderne Infrastruktur und machen den grenzüberschreitenden Schienenverkehr zum Rückgrat eines klimaneutralen, wettbewerbsfähigen und sicheren Europas. Die Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Union werden von schnelleren, sichereren und erschwinglicheren Reisen profitieren, die Europa näher zusammenbringen.» (Business Traveltip)

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