
Kapitän Paolo Benini entdeckte seine Leidenschaft für das Meer während seines obligatorischen Militärdienstes als Junioroffizier bei der italienischen Marine im Jahr 1989. Bereits 1990 wechselte er als Kadett auf sein erstes Kreuzfahrtschiff. Nach verschiedenen Stationen innerhalb der Branche wurde er 2006 zum Kapitän befördert.
Benini ist noch relativ neu in der MSC-Cruises-Familie, zugleich aber bereits ein sehr geschätztes Mitglied des Teams. 2024 stiess er mit der MSC Euribia zu MSC Cruises. An seiner Arbeit schätzt er – neben den Manövern – vor allem den Kontakt mit Menschen aus aller Welt, aber auch die Verantwortung, ein Team zusammenzuführen, mit dem Ziel, den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten.
Paolo Benini, wie war es für Sie, die Chantiers de l’Atlantique während des Baus der MSC World Asia zu besuchen?
Hier auf der Werft in Saint-Nazaire ist es, als würden wir gemeinsam mit Chantiers de l’Atlantique eine Familie aufbauen. Zwischen den Mitarbeitenden der Werft und dem Team von MSC Cruises herrscht eine enorme Synergie, und es steckt unglaublich viel Arbeit dahinter. Es ist, als würde man dabei zusehen, wie ein Kind Tag für Tag aufwächst.
Woher kommen Sie, und wie sind Sie zum Meer gekommen?
Ich komme aus Ligurien im Nordwesten Italiens, einer Region direkt am Meer. Dementsprechend steht es für mich für Familiengeschichte. Mein Grossvater arbeitete in den Werften in Genua und mein Vater war Kapitän eines kleinen Tankschiffs.
Erinnern Sie sich an das erste Schiff, auf dem Sie gefahren sind?
Das erste Schiff, auf dem ich gelernt habe, das Steuer zu bedienen, war ein kleines Boot auf Sardinien namens Tilla. Ich war damals selbst noch fast ein Kind und das Boot ist auch noch immer im Einsatz. Das war meine erste Erfahrung mit dem Leben auf See.
Gab es einen Moment in Ihrem Leben, in dem Sie wussten, dass Sie Kapitän werden würden?
Als mich die Zentrale anrief und mir mitteilte, dass ich vom Staff Captain zum Captain befördert werden würde, war ich zunächst überrascht. Ich fragte mich, ob ich wirklich bereit dafür war. An meinem ersten Tag als Kapitän, als wir den Hafen verliessen und die Gangway eingeholt wurde, haben meine Beine ein wenig gezittert. Die nötige Erfahrung kam dann natürlich mit der Zeit – Tag für Tag und mit der Unterstützung meines Teams.
Was sagte Ihre Familie, als Sie ihr erzählt haben, dass Sie die MSC World Asia kommandieren würden?
Als ich meine Familie zum ersten Mal informierte, zeigte ich meinem Sohn ein Bild der MSC World Asia und fragte ihn: ‘Gefällt sie dir?’ Er war begeistert und sagte, sie sei wunderschön. Ich erzählte ihm, dass ich das Schiff wahrscheinlich übernehmen würde und bat ihn, das Geheimnis für sich zu behalten – nur zwischen uns beiden. Doch die erste Person, der er davon erzählte, war dann gleich seine Lehrerin in der Schule.
Wann haben Sie die MSC World Asia zum ersten Mal gesehen?
Ich kam kurz vor den ersten Probefahrten nach Saint-Nazaire und nahm an den ersten Tests der Motoren, des Antriebs und der technischen Ausrüstung auf der Brücke teil. In meinen 20 Jahren als Kapitän war es das erste Mal, dass mir die Ehre zuteilwurde, zum Kapitän eines Neubaus ernannt zu werden. Das war eine ganz besondere Erfahrung für mich.
Gibt es einen Ort an Bord, an den Sie immer wieder zurückkehren – und warum?
Ich bin in den MSC Yacht Club verliebt. Wann immer ich dort Zeit verbringe und mit unseren Gästen spreche, höre ich aus erster Hand, warum sie diesen Teil des Schiffes so sehr lieben und ihn kaum verlassen möchten. Und ich kann sehr gut verstehen, warum.
Tausende Menschen arbeiten derzeit am Bau des Schiffes. Was empfinden Sie ihnen gegenüber?
Ich bin sehr stolz auf alle Menschen, die am Bau der MSC World Asia beteiligt sind. Zwischen Chantiers de l’Atlantique und dem MSC-Team herrscht eine enorme Synergie. Obwohl das Schiff im Zeitplan liegt, arbeiten alle mit grossem Einsatz daran, sie fertigzustellen, um der Welt dann zeigen zu können, wie wunderschön sie ist.
Das Schiff kann noch nicht in See stechen. Fällt Ihnen das Warten schwer?
Bis zur Übergabe sind es noch rund zwei Monate und die Vorfreude steigt von Tag zu Tag. Wir alle freuen uns auf den offiziellen Übergabetermin und die Zeremonie – und natürlich darauf, die ersten Gäste an Bord zu begrüssen, wenn das Schiff zu seiner ersten Kreuzfahrt im Mittelmeer aufbricht.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie heute auf der Brücke stehen?
Auch jetzt, während des Baus, verbringe ich viel Zeit auf der Brücke. Ich beobachte die Umgebung und mache mich mit dem Ausblick vertraut. Es macht mich stolz zu wissen, dass ich dieses wunderschöne Schiff schon in wenigen Monaten kommandieren werde.
Beschreiben Sie den Tag, an dem Sie das Schiff zum ersten Mal aufs Meer hinausführen. Was wird passieren?
Der Tag der Übergabe, an dem ich offiziell das Kommando übernehme, mein Team führen darf, meine Hand auf die Hebel lege und das Schiff zum ersten Mal aus der Werft hinausfahre, wird ein ganz besonderer und aufregender Tag sein.
Was werden die Gäste fühlen, wenn sie an Bord kommen – etwas, das Sie bereits heute empfinden?
Ich glaube, die ersten Gäste werden genauso überrascht und überwältigt sein wie ich, als ich die MSC World Asia zum ersten Mal gesehen habe. Die Farben, die Lounges, die Restaurants und die zahlreichen Aktivitäten – all das hat mich bei meinem ersten Besuch beeindruckt. Ich denke, dass all diese Dinge auch bei den Gästen einen bleibenden Eindruck hinterlassen werden.
Worauf freuen Sie sich in den kommenden Monaten am meisten?
In den kommenden Monaten muss ich mich auf viele emotionale Momente vorbereiten. Den Anfang macht die offizielle Übergabe. Man kann sich vorstellen, wie aufregend es ist, das Kommando über ein solch wunderschönes Schiff zu übernehmen – ein bisschen wie das Gefühl, wenn man ein neues Auto nach Hause fährt.
Danach folgen die Taufzeremonie und die Ankunft der ersten Gäste an Bord. Und schliesslich wird die MSC World Asia zum ersten Mal in Genua, meiner Heimatstadt, eintreffen. Ich werde die grosse Ehre haben, das Schiff zum ersten Mal nach Hause zu bringen. (TI)








