
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestätigt ein eindrückliches Ergebnis: An der Urabstimmung beteiligten sich 90% der Piloten der Kernmarke und 95% bei Lufthansa Cargo. Von diesen stimmten 88% bzw. 96% für einen Streik. Damit wurde die notwendige Schwelle von 70% Zustimmung erreicht.
Die VC hatte am 12. September 2025 die Urabstimmung gestartet, nachdem die Verhandlungen mit der Lufthansa nach insgesamt sieben Runden gescheitert waren. Hintergrund sind laut der Vereinigung die massiven Differenzen zur betrieblichen Altersvorsorge.
«Das Ergebnis ist ein starkes Signal der Geschlossenheit unserer Mitglieder. Die Pilotinnen und Piloten stehen klar hinter den Forderungen und ihrer Tarifkommission», sagt VC-Präsident Andreas Pinheiro.
Ein konkreter Zeitpunkt für einen Streik wurde bislang nicht bekanntgegeben. Andreas Pinheiro kündigte an, dass Tarifkommission und Vorstand über das weitere Vorgehen beraten werden.
Kernstreitpunkt ist die Betriebsrente
Der Konflikt dreht sich um die betriebliche Altersvorsorge (bAV) der etwa 4800 Pilotinnen und Piloten. Seit 2017 gilt ein kapitalmarktbasiertes Modell, das laut VC deutlich hinter dem früheren Versorgungsniveau liegt.
Die VC fordert eine Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge. Konkret wird argumentiert, dass die bisherigen Beiträge gesteigert werden müssten, um die frühere Rentensicherheit zu gewährleisten.
«Die Altersvorsorge ist ein zentrales Fundament der Lebensplanung für Pilotinnen und Piloten – mindestens genauso wichtig wie die gesetzliche Rente», sagt Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission (GTK). «Wir erwarten nun, dass Lufthansa die Signale der Belegschaft ernst nimmt und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vorlegt.»
Risiken für Reisende
Sollte ein Pilotenstreik tatsächlich greifen, drohen vor allem an den grossen Drehkreuzen Frankfurt und München massive Flugausfälle oder Verspätungen. In der Vergangenheit hatte die Lufthansa bei grossen Pilotenstreiks nahezu alle betroffenen Flüge gestrichen.
(TI)








