Eilat steht vor wegweisendem Jahr

Die Tourismuswerber in Eilat am Roten Meer verbinden mit den neuen und subventionierten Nonstopflügen ab Europa grosse Hoffnungen. Der Badeort soll dank sonnenhungrigen Touristen wieder rocken wie einst in den 1990er-Jahren.
Die Skyline von Eilat am Roten Meer (im Hintergrund Akaba und die Berge in der Abendsonne).

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Als einziger Ort Israels, der am Roten Meer liegt, gehört Eilat zu den wichtigsten Ferienzielen der Israelis. Von Eilats 12,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr stellen die Einheimischen rund 6,5 Millionen – dies möchte man nun ändern. Während die Israelis von April bis Oktober und dabei vor allem zur Schulferienzeit im Juli und August sowie über die jüdischen Feiertage reisen, bevorzugen die europäischen Gäste den Winter als Reisezeit, wenn es nicht so heiss ist, sondern angenehme Temperaturen von rund 28 Grad Celsius herrschen. So landeten im Winter 2017 laut Shabtai Shay, Direktor der Eilat Hotel Association, 155 000 Passagiere in der Wüste des Eilater Flughafens Ovda, rund 60 Kilometer nördlich der Stadt. In den Vorjahren waren es noch 105 000 respektive 60 000. «Wir steigerten die Zuwächse aus Europa um weit über 100 Prozent», freut sich der General Manager.

Das Tourismusministerium unterstützt die neuen Flüge aus Europa mit 60 Euro pro Passagier (Details im Kästchen auf Seite 3). Zusätzlich soll dem Vernehmen nach für die Carrier die Flughafensteuer in der Höhe von 20 Euro wegfallen.

Neuer Flughafen steht vor der Eröffnung

Mit einem Anteil von 40 Prozent stellt Russland den wichtigsten ausländischen Quellmarkt, gefolgt von den USA und Europa. Die Zahlen aus Europa sind steigend, wobei sich die Touristiker vor neue Herausforderungen gestellt sehen. Immer mehr Gäste buchen Flug und Hotel direkt. «Die Rolle der Reiseveranstalter wird weniger wichtig», sagt der Chef der Hotelvereinigung. «Das ist für uns eine komplett neue Herausforderung und wir benötigen

mehr Ressourcen, um das Publikum auf Eilat aufmerksam zu machen» Kurz: Die Zeiten sind vorbei, als die Mehrheit der Kunden im Reisebüro ein Badeferienarrangement für Eilat buchte. Bis im ersten Quartal 2019 werden die Gäste aus Europa in Ovda landen. Dann soll der neue internationale Ramon Airport, noch 18 Kilometer nördlich von Eilat, den Flughafen ablösen. Frühestens in einem Jahr dürfte auch der Eilat City Airport geschlossen werden. Dort landen vorläufig noch Domestic-Flüge. Auf dem Areal des attrapktiven Standorts im Zentrum sollen einst ein Park, Wohnungen, Geschäfte und Hotels entstehen. Was in welchem Verhältnis ist noch unklar.

Die Skyline von Eilat am Roten Meer (im Hintergrund Akaba und die Berge in der Abendsonne).

 

Investitionen in die Hotellerie

Auch in die Hotellerie soll noch investiert werden. «Momentan haben wir im Ort rund 11 000 Zimmer. Wir brauchen aber in den nächsten zehn Jahren mindestens 20 000 Zimmer», umreisst Shay die momentane Situation. Es gebe jedoch zwei Projekte und ein paar Ideen. So soll in drei Jahren ein Low-Cost-Hotel mit 400 Zimmern seinen Betrieb aufnehmen.

Der langjährige Chef des Hotelverbands Eilat denkt an frühere Zeiten zurück. 1948 standen am südlichsten Zipfel Israels, zwischen dem Golf Akaba und der Wüste Negev, lediglich drei Häuser. In den letzten 70 Jahren hat sich die Wüste zu einer grünen Oase entwickelt. Ende der 1980er- Jahre und in den 1990er Jahren gab es dann eine Welle von Hotelneubauten. Das war zu einer Zeit, als «aus praktisch allen Ländern Europas inklusive der Schweiz Direktflüge nach Eilat angeboten wurden». Shay erinnert sich, dass damals rund 50 Flüge pro Woche aus Europa im israelischen Badeort landeten.

An diese Zeiten möchte man nun wieder anknüpfen. Hilfreich ist dabei das neue Unterstützungsprogramm der Regierung. Allerdings gibt der Direktor der Hotelvereinigung zu bedenken: «Wenn sich Investoren heute für ein neues Hotelprojekt entscheiden, braucht es drei bis vier Jahre, bis es realisiert ist. Das ist schade, denn wir haben mit den neuen Flügen aus Europa jetzt eine erhöhte Zahl von Touristen, die nach Eilat reisen.»

ASK THE LOCALS!

Dan Gamliel (55) Reiseleiter, Eilat

«Eine Jeeptour ab Eilat in die Wüste ist ein Must. Von den nahgelegenen Bergen sieht man bis nach Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien und selbstverständlich nach Israel. Zum perfekten Kontrastprogramm empfehle ich, danach im Roten Meer zu schnorcheln. Am schönsten ist die Unterwasserwelt in der Nähe des Princess Hotels, unweit der Grenze zu Taba.»

 

 

Faszinierende Unterwasserwelt

Gut zwölf Kilometer lang ist die Küste der einzigen israelischen Hafenstadt am Roten Meer – und vor ihr liegt ein etwa genauso langes Korallenriff. Kein Wunder also ist Eilat ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Die seichten, ruhigen Gewässer sind dabei auch für Anfänger geeignet. Das Coral Beach Nature Reserve bietet mit den mit Bojen markierten Unterwasserpfaden direkt am Riff eine besondere Attraktion. Einer der schönsten Tauchspots ist Japanese Gardens, dessen Steilwand unter Schutz steht. Deswegen wird jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Tauchern zugelassen. Ein weiterer Unterwasser-Hotspot ist das Wrack der INS Soufa, ein in den neunziger Jahren versenktes 45-Meter-Schnellboot.

Natürlich kommen auch all jene auf ihre Kosten, die Badeferien lieben. Dank angenehmen Luft- und Wassertemperaturen (im Winter knapp unter 20 Grad) kann man in Eilat das ganze Jahr über baden. Neben dem Coral Reef Beach ist der 9 Beach ein beliebter Strand. Kein Wunder, schliesslich befindet sich der Kieselstrand mitten in der Innenstadt! Und natürlich Dolphin Reef: Hier kann man in einem 12000 Quadratmeter grossen Areal mit freilebenden Delfinen schwimmen, schnorcheln und tauchen.

Wer mehr über die Korallenwelt und seine Meeresbewohner wissen möchte, sollte das Underwater Observatory besuchen, das viel Interessantes für die Besucher bereit hält und zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Eilats gehört. Den Turm im Meer erreicht man über einen Steg, um dann in sechs Metern Tiefe direkt am Riff durch ein Panoramafenster die bunte Unterwasservielfalt zu bestaunen. Wer möchte, besucht auch das Ozeanarium oder bucht eine Fahrt im Glasbodenboot.

Auch für Vogelforscher (Ornithologen) aus aller Welt ist die Region eine Attraktion. Im Frühjahr und Herbst überqueren rund 500 Millionen Zugvögel die Landenge und Zehntausende von ihnen landen, um sich zu stärken.

Brandneue Operproduktion

Neben der reichen Tierwelt bietet auch die Stadt selbst viele Möglichkeiten für Abwechslung. Die zahlreichen Restaurants verführen mit einem ausgezeichneten kulinarischen Angebot, Clubs und exotische Geschäfte laden zu Stippvisiten ein. Am nördlichen Strand führt eine schöne Promenade entlang, auf der im Sommer ein farbenfroher Basar stattfindet. Daneben gibt es viele Anreize für junge Leute und Familien, wie etwa die neue «Stadt der Könige» – ein Abenteuerpark für die ganze Familie, ausgestattet mit modernen und auf Geschichten aus der Bibel basierenden fantasievollen und fesselnden Attraktionen – oder das Imax-Kino, ein dreidimensionales Erlebnis der besonderen Art. Ein beliebtes Ziel für Familien ist ausserdem der klimatisierte Erlebnispark Top 94 mit einer Kletterwand und einer Gokart-Bahn.

Im Isrotel Royal Garden Eilat findet täglich ausser am Sonntagabend eine Show im Stil von Las Vegas statt. Ebenfalls im Wow-Theater dieses Isrotels wird seit dem 25.November 2018 jeweils an Sonntagabenden eine neue Operproduktion aufgeführt. Sieben Sängerinnen und Sänger, begleitet von fünf Musikern, nehmen die Zuschauer auf eine Reise um die Welt und zu populären Opern wie La Traviata, Barbier von Sevilla, Zauberflöte oder Don Giovanni. Die Show wird mit bekannten Musicals angereichert.

Eilat hat aber auch sein Jazzfestival, seinen Marathon, seine Kammermusiktage. Neu ist schliesslich das Einkaufszentrum Ice Mall mit Läden, Restaurants und einer Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. Und am Roten Meer kann man sogar zollfrei einkaufen.

Die neue Edelweiss-Destination bietet also für alle etwas. Strandtage lassen sich zudem hervorragend mit Ausflügen ins Umland kombinieren. 25 Kilometer nördlich befindet sich der 60 Quadratkilometer grosse Timna-Nationalpark, geprägt von riesigen Gesteinsformationen. Weiter im Norden wartet ein weiterer Nationalpark: Hai-Bar Yotvata lädt zum Entdecken einiger seltener Tierarten ein. Hier werden bedrohte Huftiere wie die Arabische Oryxantilope, die Mendes- sowie die Säbelantilope gehalten, aber auch Afrikanische Strausse und der Somali-Wildesel, Wer Lust hat, bucht einen Tagestrip in die legendäre «verlorene Stadt» Petra in Jordanien, den Nationalpark Awdat mitten in der Wüste oder auf die ägyptische Sinai-Halbinsel. «Und schon ist eine Woche vorbei», resümiert Shabtai Shay.


Authors Choice

Die Skyline von Eilat am Roten Meer (im Hintergrund Akaba und die Berge in der Abendsonne).

 

• Hotels: Dan Eilat für anspruchsvolle Gäste, Design, etwas in die Jahre gekommen, dennoch das beste Haus in der ersten Reihe am North Beach, Isrotel King Solomon (Bild), frisch renovierte Zimmer, ideal für Familien, grossartiges Frühstücks- und Abendbuffet, wo es manchmal laut werden kann, direkt an der Lagune gelegen, Colonia ausserhalb von Eilat gelegen, unweit der Grenze zu Ägypten, acht luxuriöse Zelte, hier wird Glamping grossgeschrieben, für Familien und Paare, die das Spezielle suchen.
Restaurants: Whale mit Abstand das beste Restaurant in Eilat, am Ende des North Beach, Tintenfisch mit Bohnen, gebratene Calamari mit Ziegenjoghurt und grillierten Seebarsch an Green Curry bestellen, dazu einen Chenin Blanc von Seahorse oder einen Chardonnay von Yarden geniessen, The Last Refuge gehört zu den besten Fischrestaurants beim Coral Beach ausserhalb der Stadt, Pedro Bistro ausserhalb Eilats, kleiner Garten, Fisch, Seafood und Fleisch von den Golanhöhen)
• Nightlife: Bardak Bar in der Nähe des City-Flughafens mit Cocktails und nationalen und internationalen Biersorten, der israelische Besitzer Thomas unterhält sich gerne mit seinen Gästen, gut gefüllt ab 23.30 Uhr, Mosh Beach, wer möchte, kann direkt am Meer zwei Kilometer ausserhalb des Zentrums auf Matten und Kissen nachmittags bis nach Mitternacht chillen und dazwischen etwas zum Essen oder einen Drink bestellen, White Partys bei Vollmond, Berlin Disco in der Nähe von Bardak, wer bis in die frühen Morgenstunden weiterfeiern will, ist hier richtig.


Reto E. Wild / Nathalie de Regt

Weiterführende Links

ch.traveleilat.com
www.parks.org.il/en/

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Israelischen Verkehrsbüro.

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