Einsprachen gegen Pistenverlängerung

Mehrere Gemeinden wehren sich gegen die Pläne der Flughafen Zürich AG, darunter sind auch Standorte in Deutschland.
©Flughafen Zürich AG

Die Flughafen Zürich AG will zwei Pisten verlängern, um Sicherheit und Pünktlichkeit weiterhin zu gewährleisten. Am 3. März 2024 hat die Zürcher Stimmbevölkerung den Pistenverlängerungen am Flughafen Zürich zugestimmt. Die Flughafen Zürich AG hat seither die Pläne ausgearbeitet und vom 1. bis 31. Juni 2026 öffentlich aufgelegt (TRAVEL INSIDE berichtete).

Der Flughafen Zürich will zwei Pisten verlängern (in gelb). ©Zürich Flughafen AG

In der Zeit sind mehrere Einsprachen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL)  zusammengekommen. Aus der Schweiz wehren sich 13 Gemeinden rund um den Flughafen sowie vier süddeutsche Landeskreise. In Deutschland handelt es sich um Waldshut, Lörrach, Konstanz und Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Vorlage hätte laut Aarhus-Konvention in Deutschland öffentlich aufgelegt werden müssen – was nicht geschehen ist.

Analyse zeigt höhere Lärmemissionen

Die Einsprache liegt TRAVEL INSIDE vor. Die Landeskreise kritisieren, dass die zugesicherte grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung nicht durchgeführt wurde. Die danach eigens durchgeführte Analyse ergab, dass die deutschen Grenzregionen durch die Pistenverlängerung stärker von Lärmemissionen belastet werden.

Insbesondere befürchten die Landeskreise «eine erhebliche Ausweitung des Flugvolumens – gerade auch zu lärmsensiblen Tagesrandzeiten», welche die Bevölkerung belaste. Auch die Art der Flugzeuge soll die Lärmbelastung erhöhen, da durch die Verlängerung der Piste 32 gegen Norden grössere Flugzeuge abheben sollen, sowie die Flugzeuge weniger schnell an Höhe gewinnen.

Interesse an Einigung

Laut der Einsprache will die betroffene Region in das Genehmigungsverfahren einbezogen werden. Im Schreiben wird betont, dass man Interessiert sei, gemeinsam eine Lösung zu finden: «Die Landkreise Waldshut, Konstanz, Schwarzwald-Baar und Lörrach haben weiter ein ernsthaftes Interesse, den Streit um die Verkehrsbelastung des Flughafens Zürich dauerhaft zu befrieden und streben weiter eine gemeinsame Lösung mit den Schweizer Nachbarn an. Eine solche Lösung kann jedoch nicht einseitig sein und muss zu einer spürbaren Entlastung der Bevölkerung auf deutscher Seite führen.»

Nachdem die Schweiz 2003 einen Staatsvertrag ablehnte, schränkte Deutschland die Möglichkeit für Nordanflüge am Flughafen Zürich ein. Nun liegt die Möglichkeit für einen Staatsvertrag erneut auf dem Tisch.

Für die Bearbeitung der Anliegen hat die Flughafen Zürich AG mehrere Jahre einberechnet. Der Baubeginn der Pisten ist somit frühestens 2030 geplant. (AT)