Ende gut – (fast) alles gut

Die Thurgau Gold hat sich auf einer Sandbank im Rhein festgefahren.
MS Thurgau Gold. ©Thurgau Travel

Am Donnerstagmorgen, 16. Juli 2026, hat sich das Flaggschiff Thurgau Gold der Weinfelder Reederei Thurgau Travel auf dem Rhein bei Bonn auf einer Sandbank festgefahren, wie verschiedene deutsche Medien berichten.

Das Schiff geriet offenbar bei einem Anlegemanöver auf höhe der Bonner Oper auf Grund und blockierte zeitweise einen Teil der Fahrrinne. Der übrige Schiffsverkehr konnte den Bereich jedoch mit reduzierter Geschwindigkeit in beiden Richtungen passieren.

‘Abschleppdienst’ klappte

Der Kapitän versuchte zunächst, das 135 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff aus eigener Kraft freizubekommen. Nachdem dies nicht gelang, wurde am Nachmittag das Frachtschiff Sardius zur Unterstützung hinzugezogen.

Am Abend konnte die Thurgau Gold schliesslich wieder in die Fahrrinne gezogen werden. Anschliessend legte das Schiff am Bonner Stresemannufer an und wurde in der Nacht in den Mülheimer Hafen in Köln überführt, wo der Schiffsrumpf nun voraussichtlich auf mögliche Schäden untersucht wird.

Keine Verletzten

An Bord befanden sich 95 Passagiere – darunter 59 Schweizer und 36 Deutsche – sowie 45 Crewmitglieder. Während des Zwischenfalls bestand nach Angaben des Unternehmens zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Menschen an Bord.

Aufgrund der fehlenden Landverbindung konnten die Gäste das Schiff zunächst allerdings nicht verlassen. Verletzt wurde niemand.

Als sehr wahrscheinliche Ursache gilt der anhaltend niedrige Wasserstand des Rheins, der wie alle Jahre, heuer noch ausgeprägter, zum Riesenproblem für die gesamte Schiffahrt mutiert.

Die Thurgau Gold weist einen Tiefgang von rund 1,60 Metern auf. Im Bereich der Havarie lag der Wasserstand zuletzt bei etwa zwei Metern, wodurch Sandbänke und flache Stellen derzeit ein erhöhtes Risiko für die Binnenschifffahrt darstellen.

Reise abgebrochen

Die laufende Flusskreuzfahrt kann nicht wie geplant fortgesetzt werden. Am 11. Juli war die Thurgau Gold in Braubach mit der Route Köln-Amsterdam-Emmerich-Düsseldorf-Bonn-Remagen und Ausschiffung in Andernach gestartet.

Es hätte am Donnerstag planmässig an der Anlegestelle in Bonn festmachen und bis am Freitagmorgen dort liegen sollen.

Wann die Thurgau Gold wieder in den regulären Einsatz zurückkehren kann, dürfte von den Untersuchungen im Kölner Hafen abhängen. Die genauen Umstände der Havarie werden nun abgeklärt.

Lesen Sie hier die ausführliche Stellungnahme von Thurgau Travel gegenüber TRAVEL INSIDE zur Havarie und der generellen Problematik des aktuellen Niedrigwassers.(TI)