
Trockenheit, wenig Niederschlag und damit einhergehend (Rekord-)tiefe Pegelstände bei Flüssen und Seen machen speziell der Binnenschifffahrt in ganz Europa zu schaffen.
Am 16. Juli havarierte die Thurgau Gold auf einer Sandbank im Rhein vor der Nordrhein-Westfälischen Stadt Bonn. Zum Glück kamen Passagiere, Reederei und wohl auch das Schiff mehr oder weniger glimpflich davon. TRAVEL INSIDE berichtete.
Nun hat sich die Reederei Thurgau Travel mit CEO Daniel Pauli-Kaufmann gegenüber TRAVEL INSIDE zur Gesamtsituation geäussert.
Das Schiff wird ja aktuell in Köln auf mögliche Schäden gecheckt. Was passiert mit den 95 Passagieren dieser Reise unterdessen?

«Die Gäste werden weiterhin durch die Crew und die Reiseleitung betreut und direkt über den weiteren Ablauf informiert. Nach der erfolgreichen Freisetzung wurde die MS Thurgau Gold nach Köln verbracht; dort konnten die Gäste Freizeit verbringen oder an einem Ausflug teilnehmen.»
«Die weitere Reiseplanung wurde entsprechend angepasst. Am Schiff erfolgen heute weitere Abklärungen. Nach einer Grundberührung ist eine technische Überprüfung ein normaler und verantwortungsvoller Schritt. Erst wenn diese fachliche Kontrolle abgeschlossen ist, kann belastbar beurteilt werden, ob es technische Auswirkungen gibt und wie der weitere Einsatz des Schiffes aussieht.»
Wie konnte es zu dem Zwischenfall mit der Grundberührung kommen?
Lag evtl. ein Navigationsfehler vor?
«Die genaue Ursache wird fachlich abgeklärt. Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Situation im Zusammenhang mit den derzeit anspruchsvollen Wasserstands Verhältnissen auf dem Rhein zu sehen.
Ob einzelne operative Faktoren eine Rolle gespielt haben, ist Gegenstand der laufenden Abklärungen. Spekulationen, ob ein Navigationsfehler des nautischen Personals zu Grunde lag, können wir daher nicht bestätigen.»
Stichwort Wasserstände: Wie schätzen Sie die rekordverdächtig niedrigen Pegelstände aktuell ein? Haben oder hatten diese aktuell bei Ihren Routen bereits Einflüsse auf das Programm?
«Die anhaltende Trockenheit betrifft uns und hat auf einige unserer Flussreisen bereits direkte Auswirkungen. So mussten bis anhin etwa zehn Reisen in Bezug auf Fahrzeiten und Routenverlauf angepasst werden. Da die Pegelstände auf mehreren Flüssen aktuell stark unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, beobachten wir diese herausfordernde Situation täglich mit den beteiligten Parteien.»
«Die Niedrigwasser-Situation betrifft nicht automatisch jede Reise und jeden Abschnitt gleichermassen, weshalb eine durchgehende Prüfung im operativen Geschäft nötig ist. Auch ist eine enge Abstimmung mit den beteiligten Partnern wichtig, um zu prüfen, ob Anpassungen bei Fahrzeiten, Anlegestellen oder Programmpunkten notwendig sind.» (CF)








