
Wie verschiedene Medien, darunter BTN Europe, berichten, könnte die EU das Emissionshandelssystem auf Flüge von ausserhalb des Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausweiten.
Das Emissionshandelssystem (ETS) der EU umfasst derzeit nur Kurzstreckenflüge innerhalb des EWR. Die EU will jedoch am 15. Juli Einzelheiten zu ihrer geplanten Reform des ETS bekannt geben, darunter auch eine mögliche Ausweitung auf Interkontinentalflüge.
«Die Überprüfung soll sicherstellen, dass alle unter das ETS fallenden Sektoren einen fairen Beitrag zu den Klimazielen der EU leisten», erklärte die Europäische Kommission in einem Dokument, das Bloomberg News vorliegt.
Die Fluggesellschaften haben jedoch umgehend davor gewarnt, dass eine Ausweitung des ETS auf Flüge von ausserhalb Europas zu höheren Ticketpreisen für Passagiere und Unternehmen führen könnte.
Bestrafung der europäischen Passagiere
«Die Ausweitung des EU-Emissionshandels auf Flüge ausserhalb des EWR wird europäische Passagiere und Unternehmen weiter benachteiligen, da dadurch die Kosten für Flugtickets und Fracht steigen», erklärten die Fluggesellschaften in einem gemeinsamen Schreiben an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehörten Europas größte Luftfahrtkonzerne wie IAG, Air France-KLM, die Lufthansa-Gruppe, Easyjet und Ryanair.
Das EU-Emissionshandelssystem (ETS) wurde 2005 von der EU eingeführt und 2012 auf den Luftverkehr ausgeweitet. Die EU hatte ursprünglich vorgeschlagen, Flüge von ausserhalb des EWR in das System einzubeziehen, diesen Plan jedoch angesichts des starken Widerstands ausländischer Regierungen und Fluggesellschaften wieder fallen gelassen.
Die Überprüfung des Systems erfolgt, um es mit dem neuen Klimaziel der EU in Einklang zu bringen, wonach die Emissionen bis 2040 um 90% (im Vergleich zu den Werten von 1990) gesenkt werden sollen.
Derzeit legt das ETS eine Emissionsobergrenze für Fluggesellschaften fest, die innerhalb des EWR operieren, und die EU hat die kostenlosen CO²-Zertifikate für den Luftverkehr schrittweise abgeschafft. Diese Zertifikate sollen 2026 vollständig abgeschafft werden, was zu Warnungen von Fluggesellschaften vor höheren Kosten und Wettbewerbsnachteilen geführt hat.
Im März versprach von der Leyen or dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise und der durch den anhaltenden Iran-Konflikt verursachten explodierenden Kerosinpreise, das Emissionshandelssystem (ETS) zu modernisieren und flexibler zu gestalten. (Business Traveltip)








