Evaneos führt Mindestaufenthaltsdauer für Flugreisen ein

Die Individualreise-Plattform Evaneos führt ab 2026 eine empfohlene Mindestaufenthaltsdauer für Flugreisen ein.
©Evaneos

Die IATA prognostiziert für 2025, dass erstmals mehr als fünf Milliarden Menschen im Laufe eines Jahres fliegen werden, eine Zahl, die wieder deutlich über Vor-Pandemie-Niveau liegen würde.

Für die Airlines eine positive Entwicklung, mit Blick auf die damit verbundene Umweltbelastung hingegen kritisch zu betrachten. Der weltweite Tourismus spielt laut der Individualreise-Plattform Evaneos hierbei eine wesentliche Rolle, denn dieser verursacht fast zehn Prozent der globalen Treibhausgase, der Grossteil davon durch Flüge.

Um diesem Trend entgegenzuwirken und ein Zeichen innerhalb der Tourismusindustrie zu setzen, hat Evaneos entschieden, eine Mindestaufenthaltsdauer für Flugreisen zu empfehlen.

Ziel dabei ist es, den CO₂-Ausstoss pro Reise zu senken und Kund*innen stärker für nachhaltiges Reisen zu sensibilisieren, erklärt das Unternehmen.

Die Empfehlungen orientieren sich an der Distanz zum Reiseziel:

  • 7 Tage für Kurz- und Mittelstrecken (unter 5’000 km)

  • 10 Tage für Langstrecken (5’000–11’000 km)

  • 12 Tage für sehr lange Reisen (11’000–13’000 km)

  • 14 Tage für Ultra-Langstrecken (über 13’000 km)

Bis 2030 soll die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um mindestens 1,2 Tage steigen, bei sehr langen Reisen sogar um bis zu drei Tage. Heute liegt sie bei Evaneos bereits bei 13 Tagen, was laut dem Unternehmen über dem Marktdurchschnitt liegt.

Die Anpassung bedeutet auch einen wirtschaftlichen Einschnitt: Rund zehn Prozent des aktuellen Umsatzes von Evaneos stammen von Reisen, die kürzer sind als die künftig empfohlene Mindestdauer. Dennoch sieht Co-CEO Laurent de Chorivit in der Massnahme eine «einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeit, unser Verständnis des Reisens zu überdenken».

Die Strategie ist Teil eines umfassenden Plans zur Dekarbonisierung, den Evaneos gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Carbone 4 entwickelt hat. Dieser umfasst vier Pfeiler: Reisen näher am eigenen Zuhause, Ersatz bestimmter Flüge durch Züge, Reduktion der Emissionen vor Ort sowie die Verlängerung der Aufenthaltsdauer.

Der Schritt soll nicht nur dem Klima zugutekommen, sondern auch den Destinationen durch höheren lokalen wirtschaftlichen Nutzen und den Reisenden, die intensiver in Kultur und Alltag vor Ort eintauchen können. (TI)