Fast 100 Mio. Passagiere von Flugunregelmässigkeiten betroffen

Eine Analyse von Airhelp zeigt, dass Europaweit 97,7 Mio. Passagiere Opfer von Flugausfällen oder Verspätungen wurden.
©Jan Vašek/Pixabay

In Europa war in diesem Sommer jeder dritte Fluggast von Verspätungen und Flugausfällen betroffen. Während rund 88,9 Millionen Menschen verspätet gestartet sind, hatten 8,8 Millionen Reisende mit Flugausfällen zu kämpfen.

Insgesamt haben in den Sommermonaten mehr als vier Millionen Menschen Anspruch auf Entschädigungszahlungen. Das geht aus einer Untersuchung des Travel-Tech-Unternehmens Airhelp hervor. In der Analyse wurden nur Länder, Flughäfen und Fluggesellschaften berücksichtigt, in denen mindestens 500’000 Fluggäste pro Land bzw. 100’000 Fluggäste pro Flughafen abgeflogen sind.

In Griechenland und Portugal kam es weltweit zu den meisten Verspätungen

In zwei beliebten Reiseländern kam es in diesem Sommer zu zahlreichen Streiks, welche für eine hohe Verspätungsquote gesorgt haben: In Griechenland waren 39,4% der Fluggäste von Verspätungen betroffen, in Portugal 37,6%. Damit führen die beiden europäischen Länder das globale Ranking an.

Auch auf den Plätzen drei bis neun befinden sich Länder in Europa: In Frankreich (34,9%), Italien (33,5%), Malta (33,5%), Schweiz (33,2%), Luxemburg (33,2%), Serbien (31,7%) und Albanien (31,2%) kam es ebenfalls zu vielen Verspätungen in diesem Sommer. Erst auf Platz zehn folgt mit Fidschi das erste nicht-europäische Land mit einer Verspätungsquote von 30,3%. Deutschland liegt mit 29,5% auf Platz 13.

An europäischen Flughäfen hatten zum Teil mehr als die Hälfte der Reisenden Flugprobleme

Da die Ausfallquote bei europäischen Flughäfen im globalen Vergleich eher gering ist, wurden für den Flughafen-Vergleich Verspätungen und Ausfälle zusammen betrachtet. In vier europäischen Ländern waren mehr als die Hälfte der Fluggäste mit Flugproblemen konfrontiert.

In Europa kam es im Sommer am Côte d’Azur Airport in Nizza zu den meisten Störungen. Hier lag die Verspätungs- und Ausfallquote in den vergangenen drei Monaten bei 56,6 Prozent – 53,3% der Passagiere waren von Verspätungen betroffen, 3,3% von Ausfällen. Danach folgen zwei griechische Flughäfen: An den Flughäfen Kefalonia und Chania hatten 53% und 51,3% der Passagiere mit Verspätungen und Ausfällen zu kämpfen. Auf Platz vier folgt der Flughafen Figari in Südkorsika mit einer Verspätungs- und Ausfallquote von 50,4%. Den fünften Platz belegt der Flughafen Lissabon-Portela, wo 46,8% der Passagiere von Verspätungen und Ausfällen betroffen waren.

Die höchsten Ausfallquoten hatten der Flughafen Mailand-Linate (8,4%), der Flughafen Bukarest Otopeni (5,8%) und der Flughafen Jersey (5,3%). Insgesamt wurden in Europa aber vergleichsweise wenig Flüge gestrichen.

Nina Staub, Rechtsexpertin bei AirHelp, ordnet ein: «Die Daten zeigen deutlich: An europäischen Flughäfen werden deutlich weniger Flüge storniert, dafür kommt es vergleichsweise zu mehr Verspätungen. Der Grund liegt vor allem in den strengen EU-Fluggastrechten, die Verbraucher*innen schützen. Für europäische Airlines ist es oftmals wirtschaftlich sinnvoller, einen verspäteten Start in Kauf zu nehmen, als einen Flug komplett zu annullieren, denn Ausfälle lösen in vielen Fällen Entschädigungsansprüche aus. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur in Europa dichter ist und Airlines Fluggäste auch mit Verspätung noch leichter an ihr Ziel bringen können. In anderen Regionen der Welt, etwa in den USA, Indien oder Lateinamerika, gehen Airlines dagegen häufiger den Weg einer Stornierung, um grössere Kettenreaktionen im Flugplan zu vermeiden.»

«Unseren Daten zufolge haben in diesem Sommer allein in Europa über vier Millionen Menschen in Europa den Anspruch auf Entschädigungszahlungen. Reisende, die von Verspätungen von mehr als drei Stunden oder von Flugausfällen betroffen waren, sollten unbedingt prüfen, ob sie einen solchen Anspruch haben», beschreibt die Expertin die Leistungen von Airhelp. (Business TravelTip)

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