Das Fremdenverkehrsamt von China war an der diesjährigen Ausgabe des Asia Pacific Workshop vertreten und informierte über die neusten Trends, TRAVEL INSIDE berichtete. Im Zuge der Digitalisierung sei Bargeld etwa nicht mehr nützlich und auch Taxis könne man nur noch per App bestellen. Dieter Bretscher von Gutmann Travel hat in dieser Hinsicht andere Erfahrungen gemacht:
Dieter Bretscher, Gutmann Travel Zürich, Homeoffice Phnom Penh:

«Der letzte Abschnitt des informativen Artikels von Gabrielle Attinger, respektive die Aussagen von Yuan Qin über Reisen in China, entsprechen nicht ganz der Realität, und ich möchte dazu meine Erfahrungen anfügen.
Die erste Aussage: «Bargeld ist da heute nicht mehr nützlich. Ohne eine App wie WeChat Pay oder Ali Pay, den Pendants zum schweizerischen Twint, kann man selbst auf den Gemüsemärkten nichts mehr kaufen.»
Bargeld ist weiterhin überall willkommen. Auch auf kleineren Gemüse- und Früchtemärkten. Natürlich kann man alternativ auch fast überall bargeldlos zahlen. Normale virtuelle und Plastik-Kreditkarten werden überall problemlos akzeptiert, ausser für kleine Beträge.
Ich bin dieses Jahr schon zum zweiten Mal in China. In Shangri-La hatte ich einmal ein Problem, mein Seilbahnbillett in bar zu bezahlen. Kein Problem, mein Fahrer hat das Ticket bezahlt, und ich habe es ihm einfach bezahlt.
Wenn ich einen chinesischen Uber bestelle, einen Museumseintritt reserviere, einen Restaurantbesuch vorreserviere oder eine komplizierte Bergbahn buche, erledigt dies die Hotelrezeption für mich. Ich bezweifle, dass so etwas ein nicht chinesisch sprechender Reisender alleine fertigbringt.

China-Rail-Tickets kann man einfach mit Kreditkarte unter dieser Website bestellen. Das Ticket ist papierlos und wird dann auf den Reisepass hochgeladen. Ich liebe es, in der Businessklasse zu fahren. Es gibt in grösseren Bahnhöfen eine Businessclass-Lounge, wo es ein Snackbuffet gibt und man zum Zug gebracht wird. Den Sitz kann man verstellen, bis man flach liegt. Siehe Foto.
Die zweite Aussage: Auch ein Taxi lässt sich nicht mehr einfach herbeiwinken. Fahrdienste werden ausschliesslich über DiDi, den chinesischen Uber, angeboten.
In jeder Stadt kann ich einfach ein normales Taxi herbeiwinken und gemäss Taximeter in bar bezahlen. Diese sind nicht viel teurer als andere Fahrdienste. Gehe ich in ein Restaurant oder einen Laden, kann ich an der Kasse einen Uber ins Hotel bestellen und dort zahlen. Oder einfach auf die Strasse gehen und ein Taxi herbeiwinken oder einen Taxistand aufsuchen. Es ist einfach nicht wahr, dass in China alles nur noch über Apps auf dem Handy läuft.
Und noch etwas: China ist ein Kontinent vergleichbar mit Nordamerika. Es braucht mehrere Reisen, um einen Grossteil zu sehen. Die Infrastruktur der Strassen und Hochgeschwindigkeitszüge ist aussergewöhnlich gut.
In China funktionieren normalerweise nur E-Mails, Internetseiten und Microsoft-Software wie Teams und Bling. Alle online Google-Software geht nicht mit Ausnahme von Google Translate, das auch offline funktioniert, wenn man die chinesische Sprache herunterlädt. Will man in China Facebook, Telegram, Whatsapp oder Line usw. nutzen, braucht man eine ausländische eSIM.»
Dieter Bretscher, momentan aus Guangzhou








